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Geschichte RumÀniens
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Die Geschichte RumĂ€niens umfasst die Entwicklungen auf dem Gebiet des heutigen Staates RumĂ€nien von der Urgeschichte bis zur Gegenwart. Das Geschichtsbild der heutigen RumĂ€nen ist stark vom RĂŒckgriff auf die Epoche der Römer geprĂ€gt, was sich auch im Namen RumĂ€nien oder rumĂ€nisch RomĂąnia (französisch Roumanie; italienisch: Romania, englisch Romania) widerspiegelt. Romania war in der SpĂ€tantike eine ĂŒbliche Bezeichnung fĂŒr das Römische Reich, im Mittelalter fĂŒr das Gebiet des Byzantinischen Reichs.cite-ref-1[1] Die auf dem Gebiet des spĂ€teren RumĂ€nien ansĂ€ssigen Daker wurden 106 n. Chr. durch Trajan in das Römische Reich eingegliedert und sprachlich sowie kulturell romanisiert (Dakerkriege). 271 wurden die römischen Truppen ans rechte Donauufer zurĂŒckgezogen. In den folgenden Jahrhunderten erfolgte mit der bulgarischen Herrschaft die Christianisierung und es setzte sich das kyrillische Alphabet durch, das 1862 zugunsten des lateinischen Schriftsystems abgeschafft wurde.
Siehe auch
:
RumÀnische Ethnogenese
Contents
⹠Völkerwanderung
âą SiebenbĂŒrgen
âą Erster Weltkrieg
âą Ăra CeauÈescu
âą 1990â1992
âą 1992â1996
âą 1996â2000
âą 2000â2004
âą 2004â2008
âą 2008â2011
âą Siehe auch
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Völkerwanderung
Angesichts des Einfalls germanischer Völker zog sich die Verwaltung des römischen Reichs aus Dakien zurĂŒck. Die letzten Stellungen nördlich der Donau wurden wĂ€hrend der Regierungszeit Aurelians (270â275) aufgegeben. Es folgten mehrere Wellen von Wanderungsbewegungen, darunter zunĂ€chst die der Westgoten und der Gepiden, dann im 7. Jahrhundert die der Slawen, ĂŒberwiegend Siedler, die das Tiefland des heutigen RumĂ€niens kolonisierten. Sie kamen in Kontakt mit der dako-romanischen Bevölkerung, die noch im Hochland lebte, und wurden im Laufe eines jahrhundertelangen Zusammenlebens assimiliert. Auch viele KriegerstĂ€mme zogen durch das rumĂ€nische Territorium, so die Hunnen, die Protobulgaren, die Magyaren im 9. Jahrhundert und die Tataren im 13. Jahrhundert (siehe auch Völkerwanderung).
Es gibt keine schriftlichen Nachweise fĂŒr die Existenz von âProto-RumĂ€nenâ in der Gegend nördlich der Donau fĂŒr das Jahrhundert nach Roms RĂŒckzug aus Dakien. Es gibt aber wohl auch keinen Beweis fĂŒr das Gegenteil. Dieser Umstand ist Grund fĂŒr eine jahrhundertelange Fehde um SiebenbĂŒrgen zwischen rumĂ€nischen und ungarischen Historikern.
Einige Historiker behaupten, die RumĂ€nen stammten tatsĂ€chlich nicht von den romanisierten Dakern ab, sondern kĂ€men von sĂŒdlich der Donau und hĂ€tten sich im heutigen Gebiet RumĂ€niens niedergelassen. (Zu dieser Debatte siehe: Dako-romanische KontinuitĂ€tstheorie.)
Andere Historiker erklĂ€ren das Fehlen schriftlicher Beweismaterialien mit dem Fehlen einer organisierten lokalen Verwaltung bis zum 12. Jahrhundert und dadurch, dass die Mongolen beim PlĂŒndern des Gebiets im Jahr 1241 jegliche existierenden Aufzeichnungen vernichtet hĂ€tten (siehe auch Nichtorganisierter Staat).
Ungarische Migration
Im Jahr 896 lieĂen sich die Magyaren im zentralen Karpatenbecken nieder, nachdem sie zuvor von den Bulgaren unter Zar Simeon und den Petschenegen in Bessarabien vernichtend geschlagen worden waren.cite-ref-warren-treadgold-2-0[2]cite-ref-constantin-jire-ek-3-0[3] Ein Jahrhundert spĂ€ter dehnte Stephan I. das ungarische Königreich auf SiebenbĂŒrgen aus. Die Ungarn bauten Festungen, grĂŒndeten ein römisch-katholisches Bistum und begannen die dort angesiedelte Szekler-Bevölkerung zu missionieren. Es gibt Zweifel, dass sich unter den Missionierten auch RumĂ€nen befanden, da diese bereits christlich waren und nach dem MorgenlĂ€ndischen Schisma der östlichen orthodoxen Kirche treu blieben. Stephan und seine Nachfolger warben deutsche und ungarische Siedler an, sich in der Region niederzulassen.
Die Siedler kamen teilweise von weit her, darunter Szekler und der aus PalĂ€stina zurĂŒckkehrende Deutsche Orden, der Kronstadt (rumĂ€nisch BraÈov) grĂŒndete, dann aber nach einem Konflikt mit dem König 1225 in die Ostseeregion umsiedelte. Ungarns Könige förderten die LoyalitĂ€t der Kolonisten, indem sie ihnen Land, Handelsprivilegien und ein betrĂ€chtliches MaĂ an Autonomie gewĂ€hrten. Der Adelsstand war auf Katholiken beschrĂ€nkt, und wĂ€hrend rumĂ€nische Adlige zur römisch-katholischen Konfession konvertierten (was schlieĂlich zu deren Magyarisierung fĂŒhrte), um ihre Privilegien zu bewahren, wurden viele orthodoxe RumĂ€nen Leibeigene, sowie auch zahlreiche Ungarn und in geringem MaĂe auch Sachsen, die auf dem Komitatsboden lebten bzw. von ungarischen Adligen im Rahmen von Binnenkolonisation dort angesiedelt wurden.
1241 fielen die Mongolen von Norden und Osten her ĂŒber die Karpaten in SiebenbĂŒrgen ein. Sie schlugen die Truppen BĂ©las IV. in die Flucht, brannten in SiebenbĂŒrgen und Zentralungarn die Siedlungen nieder und ermordeten einen Teil der Bevölkerung. Als die Mongolen sich 1242 schlagartig wieder zurĂŒckzogen, startete BĂ©la ein energisches Wiederaufbauprogramm. Er lud weitere Fremde ein, sich in SiebenbĂŒrgen und anderen verwĂŒsteten Regionen des Königreichs niederzulassen, gewĂ€hrte lokalen Adligen Land und ordnete an, Festungen aus Stein zu errichten. BĂ©las WiederaufbaubemĂŒhungen und das Aussterben der ĂrpĂĄden-Dynastie 1301 verschob die MachtverhĂ€ltnisse in Ungarn signifikant. Der Einfluss des Königs sank, und rivalisierende Magnaten errichteten fĂŒr sich kleinere Königreiche, enteigneten Bauernland und verschĂ€rften die feudalen Pflichten.
SiebenbĂŒrgen wurde praktisch selbstĂ€ndig. Schon 1288 beriefen die siebenbĂŒrgischen Adligen ihre eigene StĂ€ndeversammlung ein. Unter steigendem wirtschaftlichem Druck von ungehemmten Feudalherren und religiösem Druck von eifernden Katholiken emigrierten viele RumĂ€nen aus SiebenbĂŒrgen ostwĂ€rts und sĂŒdwĂ€rts ĂŒber die Karpaten und trugen entscheidend zur GrĂŒndung der FĂŒrstentĂŒmer Moldau und Walachei bei.
Mittelalterliche Staaten
FrĂŒhe rumĂ€nische Staaten bildeten sich im 10. und 11. Jahrhundert heraus und erscheinen in historischen Quellen unter dem Namen Wlachen (siehe auch Walachen). Die meisten dieser Staatsgebilde waren kleine Königreiche, die gewöhnlich nach dem Tod ihrer OberhĂ€upter zerfielen.
Von 1061 bis 1171 bildete die Walachei das Kernreich der turkstĂ€mmigen Petschenegen, dann von 1171 bis 1240 gehörten die Walachei und die Moldau zum Reich der ebenfalls turkstĂ€mmigen Kumanen. Einige (auch rumĂ€nische) Historiker behaupten, dass RumĂ€nen in den niedrigen Teilen der GroĂen Walachei und der Moldau erst vorgedrungen sind, nachdem diese Gebiete von Petschenegen und Kumanen wieder gerĂ€umt wurden.cite-ref-4[4] Von Ende des 10. Jahrhunderts (Swjatoslaw I.) bis zum Beginn des 14. Jahrhunderts standen groĂe Teile der Moldau wiederholt unter direkter Herrschaft bzw. indirekter Oberhoheit ostslawischer FĂŒrsten (Kiewer Rus, Halytsch-Wolhynien).
Walachei und Moldau
â
Hauptartikel
:
Geschichte der Walachei
Die Legende besagt, dass 1290 Negru VodÄ, ein fĂŒhrender rumĂ€nischer Adliger, Fogarasch im SĂŒden SiebenbĂŒrgens zusammen mit einer Gruppe Adliger verlieĂ und im Gebiet zwischen den sĂŒdlichen Karpaten und der Donau Èara RomĂąneascÄ grĂŒndete. Der Name bedeutet wörtlich ârumĂ€nisches Landâ und bezeichnet tatsĂ€chlich die Walachei. Das Wort Walachei ist von dem slawischen Wort Vlach, dieses wiederum vom germanischen Walh abgeleitet, das ursprĂŒnglich, herrĂŒhrend vom keltischen Nachbarvolk der Volcae (germanisch *Walhos), âKelteâ ĂŒberhaupt, dann âFremderâ allgemein und auch âRomaneâ oder âLateinsprachigerâ bedeutete.cite-ref-5[5]
Eine zweite Legende erzĂ€hlt, dass ein rumĂ€nischer Woiwode namens DragoÈ die Karpaten ĂŒberquerte und sich mit anderen RumĂ€nen in der Ebene zwischen den Bergen und dem Schwarzen Meer niederlieĂ. Zu ihnen stieĂ 1349 ein siebenbĂŒrgischer Woiwode namens Bogdan, der gegen seinen Lehnsherrn rebellierte und sich am Fluss Moldova niederlieĂ, der der Moldau ihren Namen gibt. Bogdan erklĂ€rte ein Jahrzehnt spĂ€ter die moldauische UnabhĂ€ngigkeit von Ungarn. Die zurĂŒckgebliebenen rumĂ€nischen Adligen in SiebenbĂŒrgen nahmen schlieĂlich die ungarische Sprache und Kultur an. Die rumĂ€nischen Leibeigenen in SiebenbĂŒrgen sprachen weiterhin RumĂ€nisch und blieben beim orthodoxen Glauben; sie waren aber machtlos, sich der ungarischen Herrschaft zu entziehen.
Von den oben genannten Legenden abgesehen, wurden die FĂŒrstentĂŒmer Walachei und Moldau zunĂ€chst als Pufferzonen bzw. Grenzmarken zum Schutz des ungarischen Königreiches vor den von Nordosten und SĂŒden einfallenden Wandervölkern vom ungarischen König eingerichtet. Ihre politische UnabhĂ€ngigkeit erhielten die FĂŒrstentĂŒmer 1330 (Walachei) und 1359 (Moldau).cite-ref-6[6]
Walachei und Moldau gewannen im Laufe des 14. Jahrhunderts, einer fĂŒr SĂŒdosteuropa friedlichen und wohlhabenden Zeit, allmĂ€hlich an Macht. FĂŒrst Basarab I. der Walachei (ca. 1330â1352) musste, obwohl ihm 1330 ein Sieg gegen den ersten ungarischen Anjou-König Karl I. gelang, die ungarische Oberhoheit weiterhin anerkennen. Der Patriarch der orthodoxen Kirche in Konstantinopel dagegen richtete einen kirchlichen Sitz in der Walachei ein und ernannte einen Metropoliten. Die Anerkennung durch die Kirche bestĂ€tigte den Status der Walachei als FĂŒrstentum, und die Walachei befreite sich 1380 von der ungarischen Oberhoheit.
Die FĂŒrsten von Walachei und Moldau hatten fast absolute Macht; nur der FĂŒrst hatte die Macht, Landbesitz zu verteilen und Adelstitel zu verleihen. Versammlungen der Adligen, oder Bojaren, und der höhere Klerus wĂ€hlten FĂŒrsten auf Lebenszeit, und das Fehlen eines Nachfolgegesetzes bereitete eine fruchtbare AtmosphĂ€re fĂŒr Intrigen. Vom 14. bis zum 17. Jahrhundert findet man in der Geschichte der FĂŒrstentĂŒmer reichlich StĂŒrze von FĂŒrsten durch rivalisierende Parteien, die oft von Fremden unterstĂŒtzt wurden. Die Bojaren waren von der Steuerzahlung ausgenommen, mit Ausnahme von Abgaben auf die Hauptquellen landwirtschaftlichen Vermögens. Obwohl die Bauern einen Teil ihrer ErtrĂ€ge in Naturalien an die lokalen Adligen abgeben mussten, war ihnen, abgesehen von ihrer untergeordneten Stellung, nie das Recht vorenthalten, Grund und Boden zu besitzen oder umzusiedeln.
Nach ihrer GrĂŒndung wiesen Walachei und Moldau eine Ă€hnliche politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Struktur auf. Das Staatswesen, die politische Organisation und das SelbstverstĂ€ndnis orientierten sich stark am oströmischen (byzantinischen) Modell Konstantinopels. Dennoch blieb die Entwicklung beider FĂŒrstentĂŒmer mit chronischen Hindernissen behaftet: Eine exzessive FiskalitĂ€t erwĂŒrgte die ohnehin wenig effiziente Landwirtschaft, die anhaltende politische InstabilitĂ€t förderte nicht die Entfaltung stabiler interner MĂ€rkte und StĂ€dte. So blieb die Entstehung eines nennenswerten kommerziellen Lebens in der Hand fremder Kaufleute. Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Handel zwischen den MittelmeerlĂ€ndern und der Region am Schwarzen Meer. HĂ€ndler aus Genua und Venedig grĂŒndeten Handelszentren entlang der KĂŒste des Schwarzen Meers, wo Tataren, Deutsche, Griechen, Juden, Polen, Raguser und Armenier Waren tauschten. Die RumĂ€nen (Walachen und Moldauer) lebten jedoch zumeist weiterhin von Ackerbau und Viehzucht.
SiebenbĂŒrgen
In SiebenbĂŒrgen erholte sich das wirtschaftliche Leben nach der mongolischen Invasion rasch. Neue, von den deutschen Kolonisten aus Westeuropa mitgebrachte Anbaumethoden kurbelten den Ernteertrag an. Handwerker bildeten ZĂŒnfte, als das Handwerk erblĂŒhte; Gold-, Silber- und Salzabbau wurde ausgedehnt, und geldbasierte GeschĂ€ftsabschlĂŒsse ersetzten den Naturalientausch.
Wenngleich die Stadtbewohner dank königlicher Privilegien und im Einklang mit dem mittelalterlichen Stadtrecht von feudalen Pflichten ausgenommen waren, dehnte sich der Feudalismus aus, und Adlige verschĂ€rften die Verpflichtungen. Die Leibeigenen rebellierten gegen die höheren Zahlungen; einige verlieĂen das Land, wĂ€hrend andere Gesetzlose wurden. 1437 erhoben sich rumĂ€nische und ungarische Bauern gegen ihre Feudalherren. Der Aufstand gewann Fahrt, wurde aber schlieĂlich mit groĂem Aufwand von den vereinigten KrĂ€ften der ungarischen Adligen und mit UnterstĂŒtzung durch die Sachsen und Szekler in SiebenbĂŒrgen niedergeschlagen. Daraufhin wurde die Union der drei Nationen (ungarischer Adel, NationsuniversitĂ€t der Sachsen und Szekler) geschlossen, die gelobte, ihre Privilegien gegen jegliche Macht auĂer der des ungarischen Königs zu verteidigen.
Das Dokument erklĂ€rte die Ungarn, Deutschen und Szekler zu den einzigen anerkannten Nationen in SiebenbĂŒrgen. Von da an waren alle anderen NationalitĂ€ten dort, vor allem die RumĂ€nen, nur âtoleriertâ. Nationen sind im mittelalterlichen Sinn wie hier jedoch als StĂ€nde und nicht als ethnische Volksgruppen zu verstehen. Der Adel bĂŒrdete seinen Leibeigenen allmĂ€hlich noch hĂ€rtere Bedingungen auf. 1437 beispielsweise musste jeder Leibeigene einen Tag im Jahr zur Erntezeit fĂŒr seinen Lehnsherrn ohne Bezahlung arbeiten; 1514 mussten Leibeigene einen Tag pro Woche fĂŒr ihren Herrn arbeiten, mit ihren eigenen Tieren und Werkzeugen.
Unter Osmanischer Oberhoheit
Siehe auch
:
Islam in RumÀnien
und
Islam in der Republik Moldau
Im 14. Jahrhundert dehnte sich das Osmanische Reich von Kleinasien auf die Balkanhalbinsel aus. Die Osmanen ĂŒberquerten 1352 den Bosporus und besiegten 1389 die Serben in der Schlacht auf dem Amselfeld. Die Ăberlieferung besagt, dass der walachische FĂŒrst Mircea cel BÄtrĂąn (1386â1418) sein Heer in den Kosovo schickte, um dort an der Seite der Serben zu kĂ€mpfen. Ihm gelang es auch vorĂŒbergehend, eine gewisse Machtstellung sĂŒdlich der Donau aufzubauen. Dies nahm allerdings 1393 ein Ende, als Bayezid I. das bulgarische Reich eroberte (siehe Abschnitt Osmanische Herrschaft im Artikel Geschichte Bulgariens). In der Folge flĂŒchteten viele bulgarische Gelehrte und Adlige in das FĂŒrstentum Walachei, das nun direkter Nachbar des Osmanischen Reiches an der Donau wurde.
Bayezid I. setzte seine Kampagne gen Norden fort: 1394 ĂŒberquerte er die Donau, drang in die Walachei ein, doch Mircea brachte ihm am 10. Oktober 1394 in der Schlacht bei Rovine eine empfindliche Niederlage bei. 1395 schloss Mircea in BraÈov eine Allianz mit dem ungarischen König Sigismund von Luxemburg ab. Folglich schloss er sich 1396 mit seinem Heer einem Kreuzzug an, der von Sigismund initiiert worden war. Der Feldzug endete in einer Katastrophe: Die Osmanen schlugen Sigismunds Armee 1396 in der Schlacht bei Nikopolis im heutigen Bulgarien in die Flucht. BestĂ€rkt durch diesen Sieg, drangen die Osmanen im folgenden Jahr wieder in die Walachei ein, doch warf Mircea erneut die tĂŒrkische Expedition ĂŒber die Donau zurĂŒck. Ein weiterer osmanischer Versuch, die Walachei zu erobern, wurde von Mircea und seinem Heer 1400 wieder erfolgreich abgewehrt.
1402 bekam die Walachei einen Aufschub vom Druck durch das Osmanische Reich, da der mongolische FĂŒhrer Tamerlan von Osten her in Kleinasien einmarschierte, den Sultan tötete und einen BĂŒrgerkrieg verursachte. So gelang Mircea 1404 sogar, die an die TĂŒrken verlorene Provinz Dobrudscha zurĂŒckzuerobern. Als nach dem Osmanischen Interregnum wieder Ordnung im Reich einkehrte, erneuerten die Osmanen ihren Angriff auf die Walachei. Gegen das Ende seiner Herrschaft 1417 schloss Mircea mit Sultan Mehmed I. ein Abkommen, wodurch er mit einer jĂ€hrlichen Tributszahlung von 3000 GoldmĂŒnzen die SelbstĂ€ndigkeit seines Landes erkaufte. BrÄila, Giurgiu und Turnu fielen bis 1829 direkt an das Osmanische Reich.
Nach Mirceas Tod 1418 erlebten die Walachei und die Moldau eine Phase des Verfalls. NachfolgekĂ€mpfe, polnische und ungarische Intrigen sowie Korruption produzierten eine Serie von elf FĂŒrsten innerhalb von nur 25 Jahren. So wie die osmanische Bedrohung zunahm, wurden die FĂŒrstentĂŒmer geschwĂ€cht. 1444 schlugen die Osmanen abermals einen europĂ€ischen Feldzug bei Warna im heutigen Bulgarien. Als Konstantinopel im Jahr 1453 erobert wurde, schnitten die Osmanen die genuesischen und venezischen Galeeren von den SchwarzmeerhĂ€fen ab. Der Handel ging zurĂŒck, und die Isolation der rumĂ€nischen FĂŒrstentĂŒmer nahm zu, obwohl sie im Gegensatz zu den weiter sĂŒdlichen liegenden LĂ€ndern des Balkan der direkten osmanischen Herrschaft entkommen konnten.
Zu dieser Zeit wurde Johann Hunyadi Reichsverweser von Ungarn. Hunyadi, ein Held aus den TĂŒrkenkriegen, mobilisierte Ungarn gegen die Osmanen und rĂŒstete eine Söldnerarmee aus, die erstmals aus einer dem ungarischen Adel auferlegten Steuer finanziert wurde. Er erzielte 1456 vor Belgrad einen durchschlagenden Sieg ĂŒber die TĂŒrken, starb aber bald nach der Schlacht an der Pest.
In einem seiner letzten Schritte brachte Hunyadi Vlad ÈepeÈ (1456â1462) auf den Thron der Walachei. Vlad wurde dafĂŒr bekannt, Feinde auf grausame Art hinzurichten. Er hasste die TĂŒrken und forderte den Sultan heraus, indem er seine Tributzahlungen verweigerte. 1461 versuchte Hamsa Pascha, ihn in eine Falle zu locken, aber der walachische FĂŒrst entdeckte den Verrat, lieĂ Hamsa und seine MĂ€nner gefangen nehmen und pfĂ€hlen. Sultan Mehmed II. marschierte spĂ€ter in die Walachei ein und zwang Vlad ins Exil nach Ungarn. Vlad kehrte noch einmal kurzzeitig auf den Thron zurĂŒck, starb aber wenig spĂ€ter, woraufhin sich der Widerstand der Walachei gegen die Osmanen abschwĂ€chte.
Die Moldau und ihr FĂŒrst Ètefan cel Mare (Stefan der GroĂe, 1457â1504) waren die letzte Hoffnung des FĂŒrstentums, der Bedrohung durch das Osmanische Reich zu begegnen. Ètefan stellte aus der Bauernschaft der Moldau eine 55.000 Mann starke Armee auf und schlug das eindringende Heer des ungarischen Königs Matthias Corvinus zurĂŒck. Ètefans Heer marschierte 1471 in die Walachei ein und besiegte die zurĂŒckschlagende osmanische Armee 1473 und 1474. Nach diesen Siegen bat Ètefan den Papst Sixtus IV., eine christliche Allianz gegen die TĂŒrken zusammenzurufen. Der Papst antwortete, indem er Ètefan als Athleta Christi wĂŒrdigte, aber er lieĂ dessen Forderung nach einem vereinigten Vorgehen des Christentums unbeachtet. WĂ€hrend der letzten Jahrzehnte von Ètefans Regierungszeit erhöhten die Osmanen den Druck auf die Moldau. Sie nahmen 1484 wichtige SchwarzmeerhĂ€fen ein und setzten 1485 die Hauptstadt der Moldau, Suceava, in Brand. Ètefan gelang im darauffolgenden Jahr noch einmal ein Sieg, beschrĂ€nkte seine BemĂŒhungen um die UnabhĂ€ngigkeit der Moldau dann aber auf das diplomatische Terrain. Auf seinem Todesbett soll er seinem Sohn angeraten haben, sich den TĂŒrken zu unterwerfen, wenn sie eine ehrenhafte Oberhoheit anbieten sollten. NachfolgekĂ€mpfe schwĂ€chten die Moldau nach seinem Tod.
1514 kam es infolge von Ausbeutung durch den Adel und einem schlecht geplanten Kreuzzug zu einer ausgedehnten Bauernrevolte in Ungarn und SiebenbĂŒrgen. Gut ausgerĂŒstete Bauern unter György DĂłzsa plĂŒnderten GĂŒter im ganzen Land. Trotz ihrer groĂen Zahl waren die Bauern jedoch schlecht organisiert und erlitten bei Temesvar eine entscheidende Niederlage. DĂłzsa und die anderen AnfĂŒhrer wurden gefoltert und hingerichtet. Nach dem Aufstand erlieĂ der ungarische Adel Gesetze, die die Leibeigenen fĂŒr immer an ihre Scholle fesselten und ihre Arbeitspflichten erhöhten.
Da nun Leibeigene und Adel einander tief entfremdet waren und verschiedene Magnaten mit dem König um die Macht konkurrierten, wurde Ungarn verwundbar fĂŒr einen Angriff von auĂen. Die Osmanen stĂŒrmten 1521 Belgrad, schlugen 1526 eine ungarische Armee bei MohĂĄcs und eroberten 1541 Buda. Sie installierten einen Pascha fĂŒr die Regierung Zentralungarns; die Habsburger kontrollierten Teile des nördlichen und westlichen Ungarns. SiebenbĂŒrgen wurde ein autonomes FĂŒrstentum unter osmanischer Oberhoheit.
Nach dem Fall Budas erlebte SiebenbĂŒrgen, wenn auch ein Vasallenstaat der Hohen Pforte, eine Phase weitreichender Autonomie. Als Vasall zahlte SiebenbĂŒrgen einen jĂ€hrlichen Tribut an die Pforte und gab militĂ€rische UnterstĂŒtzung; im Gegenzug versprachen die Osmanen, SiebenbĂŒrgen vor Ă€uĂeren Bedrohungen zu beschĂŒtzen. Einheimische FĂŒrsten regierten SiebenbĂŒrgen von 1540 bis 1690. SiebenbĂŒrgens mĂ€chtige, gröĂtenteils ungarische, regierende Familien, deren Stellung ironischerweise durch Ungarns Zerfall gestĂ€rkt wurde, wĂ€hlten gewöhnlich den FĂŒrsten, der von der Pforte bestĂ€tigt werden musste; in einigen FĂ€llen ernannten die Osmanen jedoch von vornherein den FĂŒrsten. Die siebenbĂŒrgische StĂ€ndeversammlung wurde ein Parlament, und der Adel erneuerte die Union der drei Nationen, die immer noch die RumĂ€nen von der politischen Macht ausschloss. Die FĂŒrsten ergriffen MaĂnahmen, um die siebenbĂŒrgischen RumĂ€nen von denen in der Walachei und in der Moldau zu trennen, und verboten orthodoxen Priestern, SiebenbĂŒrgen von der Walachei aus zu betreten.
Nach Ungarns Zusammenbruch verbreitete sich die protestantische Reformation rasch in SiebenbĂŒrgen, und die Region wurde eine von Europas protestantischen Hochburgen. SiebenbĂŒrgens Deutsche nahmen das Luthertum an, und viele Ungarn konvertierten zum Calvinismus. Jedoch gelang es den Protestanten, die Katechismen in rumĂ€nischer Sprache drucken und verteilen lieĂen, kaum, die RumĂ€nen aus der Orthodoxie anzulocken. 1571 verabschiedete der siebenbĂŒrgische Landtag ein Gesetz, das vier Religionen in SiebenbĂŒrgen Glaubensfreiheit und gleiche Rechte zubilligte: der römisch-katholischen, der lutherischen, der calvinistischen und der unitarischen. Das Gesetz war eines der ersten seiner Art in Europa, aber die dadurch verkĂŒndete religiöse Gleichstellung war beschrĂ€nkt: Orthodoxe RumĂ€nen waren zwar beispielsweise in ihrer ReligionsausĂŒbung frei, aber politische Gleichstellung genossen sie nicht.
Nach der Eroberung Budas durch die Osmanen wuchs der Druck des Osmanischen Reiches auf die Walachei und die Moldau. In den darauffolgenden 170 Jahren gerieten die zwei rumĂ€nischen FĂŒrstentĂŒmer graduell unter immer mehr AbhĂ€ngigkeit von der Hohen Pforte, wenn auch ihr Status der von Vasallenstaaten blieb: Gegen die Zahlung eines immer höher werdenden Tributs sicherten sich die Walachei und die Moldau eine weitreichende innere SelbstĂ€ndigkeit und bis ins 18. Jahrhundert sogar einen gewissen Spielraum in der AuĂenpolitik. Die Osmanen wĂ€hlten die walachischen und moldauischen FĂŒrsten unter den Söhnen von adligen Geiseln oder FlĂŒchtlingen. Wenige FĂŒrsten starben eines natĂŒrlichen Todes, aber wĂ€hrend ihrer Regierungszeit lebten sie in groĂem Luxus. Wie im Falle SiebenbĂŒrgens verpflichteten sich die zwei FĂŒrstentĂŒmer auch zu militĂ€rischer UnterstĂŒtzung gegenĂŒber der Hohen Pforte und bekamen im Gegenzug das Versprechen der Osmanen, vor Ă€uĂeren Bedrohungen beschĂŒtzt zu werden.
Der letzte ernstzunehmende walachische Widerstand kam von FĂŒrst Mihai Viteazul (Michael der Tapfere, 1593â1601). Nachdem er inthronisiert war, nahm sein Heer mehrere osmanische Festungen ein. Mihais Ziel war letztendlich die völlige SelbstĂ€ndigkeit. Zu diesem Zweck 1598 gelobte er zuerst dem römisch-deutschen Kaiser Rudolf II. die Treue. Ein Jahr spĂ€ter nahm Mihai SiebenbĂŒrgen ein, und sein Sieg reizte die siebenbĂŒrgischen Bauern zur Rebellion. Mihai war jedoch mehr daran interessiert, sich beim siebenbĂŒrgischen Adel beliebt zu machen, und weniger daran, aufsĂ€ssige Leibeigene zu unterstĂŒtzen. Er unterdrĂŒckte den Aufstand, doch trotz der Versprechen des FĂŒrsten misstrauten die Adligen ihm. 1600 schlieĂlich eroberte Mihai die Moldau.
Im Jahr 1600 regierte fĂŒr vier Monate erstmals ein rumĂ€nischer FĂŒrst ĂŒber alle RumĂ€nen in der Walachei, in der Moldau und in SiebenbĂŒrgen. Mihais Erfolg schreckte Rudolf auf. Der Kaiser stachelte den siebenbĂŒrgischen Adel zur Revolte gegen den FĂŒrsten auf, und gleichzeitig fiel Polen in die Moldau ein. Mihai konsolidierte seine KrĂ€fte in der Walachei, leistete bei Rudolf Abbitte und stimmte einem Feldzug zusammen mit Rudolfs General Giorgio Basta zu, mit dem SiebenbĂŒrgen von aufmĂŒpfigen ungarischen Adligen zurĂŒckgewonnen werden sollte. Nach ihrem Sieg lieĂ Basta Mihai wegen angeblichen Verrats umbringen. Mihai Viteazul (Michael der Tapfere) wurde in der Legende eindrucksvoller, als er in seinem Leben war, und seine kurzzeitige Vereinigung der rumĂ€nischen Territorien inspirierte spĂ€ter die RumĂ€nen, um ihre kulturelle und politische Einheit zu kĂ€mpfen.
In SiebenbĂŒrgen verfolgte Bastas Armee Protestanten und enteignete illegal ihren Besitz, bis Stephan Bocskai (1605â1607), ein frĂŒherer UnterstĂŒtzer der Habsburger, eine Armee einberief, die die kaiserlichen Truppen aus dem Land trieb. 1606 unterschrieb Bocskay mit den Habsburgern und den Osmanen FriedensvertrĂ€ge, die ihm seine Stellung als FĂŒrst von SiebenbĂŒrgen sicherten, religiöse Freiheit garantierten und die Autonomie SiebenbĂŒrgens erweiterten.
Nach Bocskays Tod und der Regierungszeit des tyrannischen Gabriel BĂĄthory (1607â1613) zwang die Pforte die SiebenbĂŒrgen, Gabriel Bethlen (1613â1629) als FĂŒrst zu akzeptieren. SiebenbĂŒrgen erlebte ein goldenes Zeitalter unter Bethlens aufgeklĂ€rtem Despotismus. Er förderte Landwirtschaft, Handel und Industrie, lieĂ neue Bergbauminen eröffnen, schickte Studenten zu protestantischen UniversitĂ€ten im Ausland und verbot Grundherren, den Kindern ihrer Leibeigenen eine Ausbildung zu versagen.
Nachdem Bethlen gestorben war, machte der siebenbĂŒrgische Landtag die meisten seiner Reformen rĂŒckgĂ€ngig. Bald darauf wurde Georg I. RĂĄkĂłczi (1630â1640) FĂŒrst. Wie Bethlen schickte RĂĄkĂłczi siebenbĂŒrgische Truppen in den DreiĂigjĂ€hrigen Krieg, um auf Seiten der Protestanten zu kĂ€mpfen; im WestfĂ€lischen Frieden wurde SiebenbĂŒrgen als souverĂ€ner Staat erwĂ€hnt. Das goldene Zeitalter endete, nachdem Georg II. RĂĄkĂłczi (1648â1660) einen unglĂŒcklichen Angriff auf Polen begonnen hatte, ohne dies vorher mit der Pforte oder mit dem Landtag abzusprechen. Eine tĂŒrkische und tatarische Armee schlug RĂĄkĂłczis Heer und besetzte SiebenbĂŒrgen. FĂŒr die ĂŒbrige Zeit seiner UnabhĂ€ngigkeit musste SiebenbĂŒrgen eine Reihe schwacher FĂŒhrer erdulden und das ganze 17. Jahrhundert hindurch blieben seine rumĂ€nischen Bauern in Armut und Unwissenheit.
WĂ€hrend der kurzen Amtszeit Mihais und den frĂŒhen Jahren osmanischer Oberhoheit Ă€nderte sich die Landverteilung innerhalb der Walachei und der Moldau dramatisch. Ăber die Jahre gewĂ€hrten walachische und moldauische FĂŒrsten örtlichen Bojaren Landbesitz im Gegenzug fĂŒr militĂ€rische Dienste, so dass im 17. Jahrhundert kaum noch Land ĂŒbrig war. Auf der Suche nach Wohlstand begannen Bojaren auf Bauernland ĂŒberzugreifen, und ihre militĂ€rische LoyalitĂ€t dem FĂŒrsten gegenĂŒber lieĂ nach. In der Konsequenz breitete sich die Leibeigenschaft aus, erfolgreiche Bojaren wurden mehr Höflinge als Krieger, und eine dazwischen liegende Klasse von verarmten niedrigen Adligen entwickelte sich. Möchtegern-FĂŒrsten waren gezwungen, sich mit enormen Bestechungsgeldern den Weg zur Macht zu bahnen, und das Bauernleben wurde durch Steuern und Eintreibungen noch erbĂ€rmlicher. Jeder FĂŒrst, der das Leben der Bauern zu verbessern suchte, riskierte einen finanziellen RĂŒckstand, der Rivalen ermöglichen konnte, ihn bei der Pforte auszustechen und sich seines Postens zu bemĂ€chtigen.
1632 kam mit Matei Basarab (1632â1654) der letzte aus der vorherrschenden walachischen Familie auf den Thron; zwei Jahre spĂ€ter wurde Vasile Lupu (1634â1653), ein Mann albanischer Herkunft, FĂŒrst der Moldau. Die Eifersucht und der Ehrgeiz von Matei und Vasile untergruben die StĂ€rke der beiden FĂŒrstentĂŒmer zu einer Zeit, als die Macht der Pforte zu schwinden begann. Vasile zielte auf den attraktiveren walachischen Thron ab und griff Matei an, aber dessen Armee schlug die Moldauer und eine Gruppe moldauischer Bojaren verdrĂ€ngte Vasile. Sowohl Matei als auch Vasile waren jedoch aufgeklĂ€rte Herrscher, die Religion und KĂŒnste groĂzĂŒgig unterstĂŒtzen, Druckerpressen einrichteten, religiöse BĂŒcher und GesetzbĂŒcher veröffentlichten und groĂe Klöster stifteten, die sich zu bedeutenden ĂŒberregionalen Kultur- und Bildungszentren entwickelten, wie zum Beispiel das Kloster CÄldÄruÈani in der Walachei und Trei Ierarhi in der Hauptstadt der Moldau.
Das kulturelle, soziale und wirtschaftliche Leben erreichten in der Walachei eine BlĂŒtezeit unter der Herrschaft von Constantin BrĂąncoveanu (1654â1714), FĂŒrst von 1688 bis 1714. Gleichzeitig herrschte im FĂŒrstentum Moldau die Familie Cantemir. Wie in der ersten HĂ€lfte des 17. Jahrhunderts schwĂ€chte auch jetzt der Konflikt zwischen den beiden FĂŒrstentĂŒmern ihre auĂenpolitische Lage. BrĂąncoveanu und Dimitrie Cantemir verhandelten gleichzeitig mit dem Zaren Peter I. und versuchten, mit ihm ein BĂŒndnis gegen die TĂŒrken zu schlieĂen, verrieten aber gleichzeitig der Hohen Pforte die Absichten des anderen, um dessen Position zu schwĂ€chen. Nach dem Tod von BrĂąncoveanu und seinen 4 Söhnen, die in Konstantinopel enthauptet wurden bzw. nach der Flucht von Dimitrie Cantemir nach Russland, begann in der Walachei und der Moldau die sog. Phanariotenzeit. Von nun an wurden die FĂŒrsten nicht mehr von den lokalen Bojaren gewĂ€hlt, sondern von der Hohen Pforte aus der griechischen Elite in Konstantinopel ernannt. Die beiden FĂŒrstentĂŒmer spielten aber weiter eine bedeutende kulturelle und religiöse Rolle in SĂŒdosteuropa. Da sie im Unterschied zu den NachbarlĂ€ndern sĂŒdlich der Donau nicht islamischen EinflĂŒssen ausgesetzt waren, wurden sie zum Zufluchtsort vieler christlicher Gelehrter. AuĂerdem konnten die wallachischen und moldauischen FĂŒrsten die orthodoxen Klöster vom Berge Athos, Syrien, Ăgypten, PalĂ€stina und Sinai jahrhundertelang unterstĂŒtzen. So erschien zum Beispiel 1711 die erste Bibel in arabischer Schrift fĂŒr die syrischen Christen mit der finanziellen Hilfe von Constantin BrĂąncoveanu.cite-ref-7[7]
Gegen Ende des 17. Jahrhunderts, nach dem Sieg gegen die Osmanen, wurden Ungarn und SiebenbĂŒrgen Teil des Habsburgerreichs.
Die Zeit zwischen 1711 und 1821 wird in der rumĂ€nischen Historiographie als die âPhanariotenzeitâ bezeichnet, eine Zeit des Verfalls und nationalen Desasters. Die Walachei und die Moldau verloren bis auf den Ă€uĂeren Anschein ihre UnabhĂ€ngigkeit, und die Pforte forderte betrĂ€chtliche Tributzahlungen ein. Zu herrschenden FĂŒrsten in den FĂŒrstentĂŒmern wurden Mitglieder von bedeutenden griechischen Familien aus dem Stadtviertel Phanar in Konstantinopel ernannt â daher die Bezeichnung âPhanariotiâ. Obwohl den alten StaatsvertrĂ€gen (âKapitulationenâ) zwischen der Hohen Pforte und den rumĂ€nischen FĂŒrstentĂŒmern zufolge den osmanischen Untertanen verboten war, sich in den FĂŒrstentĂŒmern niederzulassen, zu heiraten, dort Land zu erwerben oder Moscheen zu bauen, erlaubten nun die FĂŒrsten griechischen und tĂŒrkischen HĂ€ndlern und Wucherern, die ReichtĂŒmer der FĂŒrstentĂŒmer auszubeuten. Indem sie ihre Privilegien eifersĂŒchtig verteidigten, hemmten die Griechen die sich entwickelnde rumĂ€nische Mittelklasse. Zu dieser Zeit verzeichneten die rumĂ€nischen FĂŒrstentĂŒmer schwere Territorialverluste. Infolge des Vertrages von Passarowitz verlor die Walachei 1718 mit der Kleinen Walachei ihren westlichen Teil an das Habsburgerreich, erhielt aber 1739 im Vertrag von Belgrad dieses âOltenienâ wieder zurĂŒck. 1775 besetzte Ăsterreich den nordwestlichen Teil der Moldau, die Bukowina, das âBuchenlandâ. 1812 besetzte Russland Bessarabien, die östliche HĂ€lfte des FĂŒrstentums, und bekam den Landesteil zwischen Pruth und Dnister im Frieden von Bukarest zugesprochen.
Ab dem Beginn des 19. Jahrhunderts gewann Russland zu Lasten des Osmanischen Reiches zunehmend Einfluss in den DonaufĂŒrstentĂŒmern. WĂ€hrend des Russisch-TĂŒrkischen Krieges (1828â1829) besetzten russische Truppen die Walachei und die Moldau fĂŒr einige Jahre; der Zar lieĂ sich sein Mitspracherecht im Frieden von Adrianopel (1829) und im Organischen Reglement â dem ersten verfassungsĂ€hnlichen Gesetzeswerk in den VorlĂ€uferstaaten RumĂ€niens â bestĂ€tigen. Im Rahmen dieser Vertragswerke wurden den nun unabhĂ€ngigen FĂŒrstentĂŒmern auch Milizen zugestanden, die vor allem die Grenze zum Osmanischen Reich sichern sollten. Aus diesen Strukturen ging spĂ€ter die rumĂ€nische Armee hervor.cite-ref-8[8]
RumÀnische Revolution von 1848
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RumÀnische Revolution von 1848
WĂ€hrend der Periode österreichischer Herrschaft in SiebenbĂŒrgen und osmanischer Oberhoheit ĂŒber den GroĂteil des ĂŒbrigen rumĂ€nischen Gebiets mussten sich die meisten ethnischen RumĂ€nen mit einer Rolle als BĂŒrger zweiter Klasse begnĂŒgen. In den meisten siebenbĂŒrgischen StĂ€dten war den RumĂ€nen nicht einmal das Wohnen innerhalb der Stadtmauern erlaubt.
In der Romantik entwickelte sich wie unter vielen anderen Völkern in Europa auch unter den RumĂ€nen ein nationales Bewusstsein. Da sie sich im Kontrast zu den nahegelegenen Slawen, Deutschen und Ungarn sahen, blickten die nationalistischen RumĂ€nen auf der Suche nach Vorbildern fĂŒr ihre nationale IdentitĂ€t in andere romanische LĂ€nder, besonders nach Frankreich. Auch die Aneignung des römischen Erbes (siehe Einleitung) war fĂŒr die Herausbildung einer nationalen rumĂ€nischen IdentitĂ€t von groĂer Bedeutung.
1848 kam es wie in vielen anderen europĂ€ischen LĂ€ndern auch in der Moldau, in der Walachei und in SiebenbĂŒrgen zu AufstĂ€nden. Wenngleich die AufstĂ€ndischen ihre Ziele zunĂ€chst nicht durchsetzen konnten, die uneingeschrĂ€nkte SelbstĂ€ndigkeit fĂŒr die Moldau und die Walachei sowie nationale Emanzipation fĂŒr SiebenbĂŒrgen ihnen verwehrt blieben, war doch die Grundlage fĂŒr folgende Entwicklungen geschaffen, da sich die Bevölkerung der drei FĂŒrstentĂŒmer im Zuge der Auseinandersetzungen von der Einheit ihrer Sprache und Interessen ĂŒberzeugt hatte.
Stark besteuert und schlecht verwaltet wĂ€hlte das Volk sowohl in der Moldau als auch in der Walachei dieselbe Person â Alexandru Ioan Cuza â zum FĂŒrsten. So entstand RumĂ€nien, wenn auch ein RumĂ€nien ohne SiebenbĂŒrgen, wo der rumĂ€nische Nationalismus unausweichlich mit dem ungarischen Nationalismus zusammenprallte. FĂŒr einige Zeit noch sollte Ăsterreich-Ungarn, besonders unter der Doppelmonarchie 1867 bis 1918, den Ungarn die feste Kontrolle selbst in jenen Teilen SiebenbĂŒrgens geben, wo lokale oder regionale Mehrheiten von RumĂ€nen lebten.
Königreich RumÀnien
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Königreich RumÀnien
Die Wahl von Alexandru Ioan Cuza zum FĂŒrsten sowohl der Moldau als auch in der Walachei unter der nominalen Oberhoheit des Osmanischen Reiches vereinigte 1859 eine identifizierbare rumĂ€nische Nation unter einem gemeinsamen Herrscher. Am 8. Dezember 1861 proklamierte Alexandru Ioan Cuza die Bildung des FĂŒrstentum RumĂ€nien aus den DonaufĂŒrstentĂŒmern Moldau und Walachei. 1862 wurden die beiden FĂŒrstentĂŒmer auch formal vereinigt und bildeten RumĂ€nien mit Bukarest als Hauptstadt.
Unter Cuza wurden Reformen angestoĂen, die den jungen Staat stĂ€rker an westeuropĂ€ische Vorbilder annĂ€hern sollten. Dazu zĂ€hlte auch eine Abkehr der MilitĂ€rorganisation von russischen und eine Ăbernahme französischer Prinzipien. Unter anderem entstand in diesem Rahmen Ende 1859 ein Generalstab. Das Amt des Generalstabschefs ĂŒbernahm nach Grigore GÄrdescu und Istrate SÄmÄĆescu Mitte des Jahres 1860 Ioan Emanoil Florescu.cite-ref-9[9]
Auf Druck der sogenannten âmonströsen Koalitionâ aus konservativen und radikalen Liberalen musste Cuza am 23. Februar 1866 abdanken. Der deutsche Prinz Karl von Hohenzollern-Sigmaringen wurde zum FĂŒrsten von RumĂ€nien ernannt, mit dem Hintergedanken, dadurch die preuĂische UnterstĂŒtzung fĂŒr die Einheit und die kĂŒnftige UnabhĂ€ngigkeit sicherzustellen. Seine Nachkommen sollten als Könige von RumĂ€nien bis zum Sturz durch die Kommunisten 1947 herrschen.
Nach dem Russisch-TĂŒrkischen Krieg von 1877/78, in dem RumĂ€nien an der Seite Russlands gegen die tĂŒrkische Herrschaft kĂ€mpfte, wurde RumĂ€nien durch den Vertrag von Berlin 1878 (â Berliner Kongress) als unabhĂ€ngig anerkannt. Als Territorium wurde ihm die Dobrudscha hinzugefĂŒgt, gleichzeitig musste es aber die drei Kreise Cahul, Bolgrad und Ismail im sĂŒdlichen Bessarabien im Bereich der DonaumĂŒndung an Russland abtreten (dies entsprach etwa einem Viertel der Moldau, zu dem das Gebiet bis dahin gehörte). Das FĂŒrstentum proklamierte sich am 26. MĂ€rz 1881 zum Königreich RumĂ€nien, Karl wurde als Carol I. der erste König von RumĂ€nien. Der neue Staat, eingezwĂ€ngt zwischen dem Osmanischen Reich, Ăsterreich-Ungarn und Russland mit slawischen Nachbarn an drei Seiten, schaute nach kulturellen und administrativen Vorbildern in Richtung Westen, insbesondere nach Frankreich. Heute wird dieser Staat auch Altreich genannt.
Deutschland und Ăsterreich-Ungarn, die sich 1882 mit Italien zum Dreibund zusammengeschlossen hatten, versuchten RumĂ€nien an sich zu binden, um im Falle eines Konflikts zu verhindern, dass sich RumĂ€nien auf die russische Seite stellen wĂŒrde; 1883 trat RumĂ€nien dem Dreibund bei. Im Ersten Balkankrieg 1912/13 blieb RumĂ€nien noch neutral, im Zweiten Balkankrieg beteiligte sich das Land an der Koalition gegen Bulgarien, das aus dem Krieg als Verlierer hervorging und die SĂŒddobrudscha an RumĂ€nien abtreten musste. Auch im Ersten Weltkrieg blieb man vorerst neutral; da Ăsterreich-Ungarn Serbien den Krieg erklĂ€rt hatte, gab es keine BĂŒndnisverpflichtung.
Erster Weltkrieg
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Hauptartikel
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RumÀnien im Ersten Weltkrieg
Im Laufe des Krieges Ă€nderten sich jedoch die Konstellationen. Italien erklĂ€rte den MittelmĂ€chten den Krieg, und Bulgarien trat auf Seiten der MittelmĂ€chte in den Krieg ein. MinisterprĂ€sident Ion I. C. BrÄtianu versuchte vergeblich, sich die NeutralitĂ€t mit Kompensationen bezĂŒglich rumĂ€nischsprachiger Gebiete in SiebenbĂŒrgen und der Bukowina abgelten zu lassen.cite-ref-10[10] Am 17. August 1916 unterzeichnete RumĂ€nien einen BĂŒndnisvertrag mit der Entente. Darin wurde RumĂ€nien fast die ganze Bukowina (sĂŒdlich des Pruth), SiebenbĂŒrgen und das TemesvĂĄrer Banat zugesichert.cite-ref-11[11]
Am 27. August 1916 trat RumĂ€nien auf der Seite der Entente in den Krieg ein, Kriegsziel RumĂ€niens waren die mehrheitlich von RumĂ€nen bewohnten Gebiete Ăsterreich-Ungarns. Die rumĂ€nische Armee agierte aber militĂ€risch Ă€uĂerst unglĂŒcklich, und innerhalb weniger Monate war die gesamte Walachei von deutschen, österreichisch-ungarischen und bulgarischen Truppen besetzt. Erst mit russischer Hilfe konnte im Sommer 1917 die rumĂ€nische Armee den feindlichen Vormarsch stoppen. Infolge der Oktoberrevolution in Russland musste im Dezember 1917 der Waffenstillstand von FocÈani geschlossen werden. Am 5. MĂ€rz 1918 kam der Vorfrieden von Buftea zustande.cite-ref-12[12] Am 7. Mai 1918 schloss RumĂ€nien mit den MittelmĂ€chten den Frieden von Bukarest. Die RumĂ€nen SiebenbĂŒrgens sprachen sich am 1. Dezember 1918 in den âKarlsburger BeschlĂŒssenâ (Alba Iulia) fĂŒr die Vereinigung mit RumĂ€nien aus.cite-ref-13[13] Die Deutschen SiebenbĂŒrgens unterstĂŒtzten diesen Beschluss am 15. Dezember 1918 in MediaÈ, wĂ€hrend die Ungarn sich am 22. Dezember 1918 in Klausenburg dagegen aussprachen. Der neue rumĂ€nische Staat verwirklichte jedoch nur einen Teil der den Minderheiten in den Karlsburger-BeschlĂŒssen gemachten Versprechungen.
Zwischenkriegszeit
Zuvor war RumĂ€nien Anfang November wieder in den Krieg eingetreten, der nach dem Ende der Kampfhandlungen gegen die MittelmĂ€chte im selben Monat zum Ungarisch-RumĂ€nischen Krieg um mehrheitlich rumĂ€nisch besiedelte Gebiete wurde und im August 1919 mit der Besetzung Budapests und dem Ende der RĂ€terepublik Ungarn unter BĂ©la Kun endete. Mit dieser militĂ€rischen Position profitierte RumĂ€nien auf der Pariser Friedenskonferenz von einer gĂŒnstigen militĂ€risch-politischen Konjunktur: Weil Ăsterreichisch-Ungarn und das Russische Reich zerfallen waren, konnte es in den Friedensverhandlungen umfassende territoriale Forderungen erheben, nĂ€mlich jene Gebiete fordern, wo es eine absolute rumĂ€nische Bevölkerungsmehrheit gab. RumĂ€nien wurden aber auch Gebiete zuerkannt, die mehrheitlich von Ungarn bewohnt waren, wie das Szeklerland und zahlreiche Grenzorte im Norden und Nordwesten. Regierungsgremien, die in SiebenbĂŒrgen, Bessarabien und in der Bukowina gebildet wurden, entschieden sich fĂŒr die Vereinigung mit RumĂ€nien, was 1920 im Vertrag von Trianon bestĂ€tigt wurde.
In dem neuen âGroĂrumĂ€nienâ waren drei Viertel der Bevölkerung ethnische RumĂ€nen. In SiebenbĂŒrgen, im Banat, in der Bukowina, in Bessarabien und in der Dobrudscha lebten zahlreiche Minderheiten. Die wichtigsten Minderheiten waren die Ungarn (7,9 %), Deutschen (4,1 %), Juden (4 %) und Ukrainer/Russinen (3,2 %); daneben gab es Russen (2,3 %), Bulgaren (2 %), Roma (1,5 %), TĂŒrken (0,9 %), Gagausen (0,6 %) usw. Doch auch die Zahl der RumĂ€nen, die in den Nachbarstaaten entlang der Grenzen GroĂrumĂ€niens lebten, war betrĂ€chtlich: 250.000 in der Sowjetunion (darunter 172.419 in der Autonomen Moldau-Republik), 230.000 in Jugoslawien im serbischen Banat und in Zentralserbien, 60.000 in Bulgarien (darunter 42.414 in der Umgebung von Widin) und 24.000 in Ungarn.
Die meisten der Regierungen in den Zwischenkriegsjahren bewahrten zwar die Form, nicht aber die Substanz einer liberalen konstitutionellen Monarchie. Die Verfassung von 1923 gab dem König die Macht, das Parlament aufzulösen und nach GutdĂŒnken Wahlen anzusetzen; als Konsequenz gab es zwischen 1930 und 1940 ĂŒber 25 verschiedene Regierungen. Die nationale liberale Partei, die in den Jahren unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg dominierte, wurde immer nationalistischer und wurde 1927 durch die nationale Bauernpartei an der Macht abgelöst.
WĂ€hrend dieser Zeit war die Beziehung zwischen den nationalistischen Parteien und König Carol II. von gegenseitigem Misstrauen geprĂ€gt. Nach dem Tod seines Vaters Ferdinand 1927 wurde Carol wegen seiner bekannten jĂŒdischen MĂ€tresse Magda Lupescu an der Thronbesteigung gehindert. Nach drei Jahren im Exil, wĂ€hrend deren sein Bruder Nicolae als Regent und sein junger Sohn Mihai als König diente, gab Carol öffentlich seine MĂ€tresse auf und bestieg selber den Thron; es wurde aber rasch klar, dass sein Verzicht eine TĂ€uschung war.
In den 1930er Jahren stieg eine Zahl von ultranationalistischen Parteien auf, insbesondere die quasi-mystische faschistische Bewegung der Eisernen Garde (auch: âLegion des Erzengels Michaelâ), die den Nationalismus, die Furcht vor dem Kommunismus und Ressentiments gegen die angebliche auslĂ€ndische und jĂŒdische Dominanz in der Wirtschaft ausnutzte. Am 10. Dezember 1933 lieĂ der liberale Premierminister Ion Duca die Eiserne Garde auflösen und Tausende verhaften; 19 Tage spĂ€ter wurde er von LegionĂ€ren der Eisernen Garde auf einem Bahnsteig des Bahnhofs von Sinaia ermordet.
Am 10. Februar 1938 entlieĂ König Carol II. die Regierung und setzte eine Königsdiktatur ein, um damit die Bildung einer Regierung zu verhindern, der Minister aus der Eisernen Garde angehört hĂ€tten. Dies geschah in direkter Konfrontation zu Adolf Hitlers ausdrĂŒcklicher UnterstĂŒtzung der Eisernen Garde.
Ăber die nĂ€chsten zwei Jahre entwickelte sich der bereits heftige Konflikt zwischen der Eisernen Garde und anderen politischen Gruppierungen unter mehreren kurzlebigen Regierungen nahezu zu einem BĂŒrgerkrieg. Im April 1938 lieĂ Carol den FĂŒhrer der Eisernen Garde Corneliu Zelea Codreanu verhaften. In der Nacht vom 29. auf den 30. November 1938, vermutlich als Revanche fĂŒr eine Reihe von Attentaten durch Kommandos der Eisernen Garde, wurden Codreanu und mehrere andere LegionĂ€re getötet, angeblich bei einem Fluchtversuch. Man nimmt allgemein an, dass solch ein Fluchtversuch nicht stattgefunden hat.
Die Diktatur von König Carol II. war kurzlebig. Am 7. MĂ€rz 1939 wurde mit Armand CÄlinescu als Premierminister eine neue Regierung gebildet. CÄlinescu wurde am 21. September 1939, drei Wochen nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, von LegionĂ€ren ermordet.
Zweiter Weltkrieg
Siehe auch: Deutsche Heeresmission in RumĂ€nien Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges versuchte RumĂ€nien zunĂ€chst neutral zu bleiben. Am 13. April 1939 hatten sich Frankreich und GroĂbritannien zur Sicherung der UnabhĂ€ngigkeit RumĂ€niens verpflichtet, aber die Verhandlungen ĂŒber eine Ă€hnliche Garantie durch die Sowjetunion wurden abgebrochen, nachdem RumĂ€nien eine PrĂ€senz der Roten Armee auf seinem Territorium abgelehnt hatte. Am 23. August unterzeichneten Wjatscheslaw Michailowitsch Molotow und Joachim von Ribbentrop den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt. Acht Tage spĂ€ter ĂŒberfiel Deutschland Polen, und RumĂ€nien gewĂ€hrte Mitgliedern der Regierung Polens (siehe Polnische Exilregierung) Zuflucht.
Am 26. Juni 1940 setzte die Sowjetunion ein Ultimatum, mit dem RumĂ€nien aufgefordert wurde, seine Truppen und Administration aus Bessarabien, der nördlichen Bukowina und dem Herza-Gebiet abzuziehen, andernfalls wĂŒrde die UdSSR mit der militĂ€rischen Invasion beginnen. Dieser Zug wurde durch das geheime Zusatzprotokoll des Deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts ermöglicht. Sowohl Deutschland als auch Italien waren bereits am 24. Juni ĂŒber das Ultimatum informiert worden, hatten aber weder RumĂ€nien hierĂŒber informiert noch waren sie zur Hilfestellung bereit. Auf Grund Frankreichs Kapitulation (22. Juni 1940) und GroĂbritanniens RĂŒckzug vom Festland (Schlacht von DĂŒnkirchen 26. Maiâ5. Juni 1940) waren die westlichen Alliierten RumĂ€niens nicht in der Lage einzugreifen. RumĂ€nien stimmte den Bedingungen zu, um eine bewaffnete Auseinandersetzung zu vermeiden. Die sowjetische Annexion begann am 28. Juni und wurde durch das Ausrufen der Moldauischen Sozialistischen Sowjetrepublik am 2. August abgeschlossen.cite-ref-bossy-14-0[14]
RumĂ€nien wurde von Deutschland und Italien durch den Zweiten Wiener Schiedsspruch (30. August 1940) dazu gezwungen, die NordhĂ€lfte SiebenbĂŒrgens (NordsiebenbĂŒrgen) an Ungarn zurĂŒckzugeben (SĂŒdsiebenbĂŒrgen blieb rumĂ€nisch). Am 7. September verpflichtete RumĂ€nien sich, Bulgarien den sĂŒdlichen Teil der Dobrudscha zurĂŒckzugeben (Vertrag von Craiova). Diese territorialen Verluste erschĂŒtterten die Fundamente von Carols Macht.
Die von Ion Gigurtu am 4. Juli 1940 gebildete Regierung war die erste, der ein Minister der Eisernen Garde angehörte, namentlich der Antisemit Horia Sima, der nach Codreanus Tod der nominelle FĂŒhrer der Bewegung geworden war. Er war einer der wenigen prominenten LegionĂ€re, die das Blutbad der vergangenen Jahre ĂŒberlebt hatten.
Ăra Antonescu
Die Eiserne Garde (gefĂŒhrt von Sima) und General (spĂ€ter Marschall) Ion Antonescu bildeten am 4. September 1940 die Regierung eines ânationallegionĂ€ren Staatsâ, welche die Abdankung Carols II. zugunsten seines 19-jĂ€hrigen Sohns Mihai erzwang. Carol und Lupescu gingen ins Exil, und angesichts der Niederlage der Schutzmacht Frankreich blieb RumĂ€nien nichts anderes ĂŒbrig, als sich stark den AchsenmĂ€chten anzunĂ€hern. Antonescu und das rumĂ€nische Offizierskorps hofften darauf, dass der Hitler-Stalin-Pakt zerbrechen und RumĂ€nien als kĂ€mpfender VerbĂŒndeter Deutschlands sein Territorium auf sowjetisches Gebiet ausdehnen könne. Beabsichtigt war die Eingliederung der nördlichen Bukowina und ganz Bessarabiens. Zudem sollte von Deutschland als Gegenleistung fĂŒr die UnterstĂŒtzung die RĂŒckgĂ€ngigmachung des Zweiten Wiener Schiedsspruchs verlangt werden. Diese Haltung wurde gegenĂŒber der deutschen Seite so formuliert, so dass dort eine rumĂ€nische Beteiligung Ende 1940 fest in den PlĂ€nen fĂŒr den Ăberfall auf die Sowjetunion einkalkuliert wurde.cite-ref-15[15]
An der Macht, verschĂ€rfte die Eiserne Garde die bereits harten antisemitischen Gesetze und nahm Rache an ihren Feinden. Mehr als 60 vormalige WĂŒrdentrĂ€ger und FunktionĂ€re wurden am 27. November 1940 im GefĂ€ngnis von Jilava hingerichtet, wĂ€hrend sie noch auf ihren Prozess warteten. Der frĂŒhere Premierminister Nicolae Iorga und der Ăkonom Virgil Madgearu (* 1887), ebenfalls Minister in frĂŒheren Regierungen, wurden gar ohne Verhaftung ermordet. Das VerhĂ€ltnis zwischen der Eisernen Garde und Antonescu galt als angespannt. Am 20. Januar 1941 versuchte die Eiserne Garde einen Staatsstreich, verbunden mit einem Pogrom gegen die Bukarester Juden, jedoch wurde der Staatsstreich innerhalb von vier Tagen von Antonescu niedergeschlagen und die Eiserne Garde aus der Regierung ausgeschlossen. Sima und viele andere LegionĂ€re flohen nach Deutschland, andere wurden inhaftiert.
Ende November trat RumĂ€nien dem DreimĂ€chtepakt bei. Die Wehrmacht ĂŒberschritt am 8. Oktober 1940 die rumĂ€nischen Grenzen und erreichte bald eine TruppenstĂ€rke von 500.000 Soldaten. Am 23. November trat RumĂ€nien an der Seite der AchsenmĂ€chte in den Krieg ein.
In der Folge begann eine intensive militĂ€rische Ăbungskampagne, vorerst jedoch ohne die ĂŒber den Winter beurlaubten Wehrpflichtigen, unterstĂŒtzt von der Deutschen Heeresmission in RumĂ€nien. Der deutschfreundliche Iosif Iacobici wurde am 27. Januar 1941 zum Kriegsminister ernannt. Derweil Ă€nderte die deutsche MilitĂ€rfĂŒhrung mehrfach ihre PlĂ€ne fĂŒr den Einsatz des erwarteten rumĂ€nischen Kontingents gegen die Sowjetunion. Der Kampfwert der rumĂ€nischen Truppen wurde allgemein als gering bewertet, insbesondere wegen des Mangels an Kraftfahrzeugen und modernen Waffen sowie des schlechten Ausbildungsstands. Zudem wurde insbesondere den Offizieren eine ârassische Minderwertigkeitâ unterstellt. FĂŒr die rumĂ€nische Seite wurde Ende Mai 1941 der bevorstehende Ăberfall auf die Sowjetunion offensichtlich. Konkret informierte Hitler Antonescu am 12. Juni ĂŒber den nahen Kriegsbeginn. Am 18. Juni informierte Hitler Antonescu ĂŒber den 22. Juni als Beginn des Angriffs auf die Sowjetunion.cite-ref-16[16]
Daran waren zunĂ€chst die deutsche 11. Armee (136.000 Mann) und die rumĂ€nische 3. sowie 4. Armee sowie einzelne Divisionen (326.000 Mann) beteiligt. Diese VerbĂ€nde wurden unter dem Namen Heeresgruppe Antonescu gefĂŒhrt. Allerdings erteilten Antonescu und das Hauptquartier der rumĂ€nischen Armee lediglich formal Befehle, die vom Kommando der 11. deutschen Armee formuliert worden waren. Selbst dies galt nur fĂŒr die rumĂ€nische 4. Armee. Die rumĂ€nische 3. Armee, die als kampfstĂ€rkste im gesamten MilitĂ€r des Landes galt, die 1. rumĂ€nische Panzerdivision und fĂŒnf Infanteriedivisionen, die in den Monaten zuvor unter deutscher Leitung ausgebildet worden waren, wurden unmittelbar dem Kommando der 11. Armee unterstellt.cite-ref-17[17]
Vom 22. Juni 1941 an beteiligte sich die rumĂ€nische Artillerie am Beschuss sowjetischer Ziele. In den folgenden Tagen eroberten rumĂ€nische Truppen BrĂŒckenköpfe auf der gegenĂŒberliegenden Seite des Pruth, gingen dann aber nicht weiter vor, sondern warteten auf heranrĂŒckende deutsche VerbĂ€nde. Am 25. Juni entschied sich die deutsche FĂŒhrung zu einem eher langsamen Vorgehen angesichts noch vorhandener sowjetischer Gegenwehr: Die 11. deutsche Armee sollte ins nördliche Bessarabien vorstoĂen, die rumĂ€nische 3. Armee an ihrer linken Flanke in die nördliche Bukovina und die rumĂ€nische 4. Armee an ihrer rechten Flanke mit etwas Verzögerung in das zentrale Bessarabien. Sowjetische Gegenangriffe verzögerten die AusfĂŒhrung dieser PlĂ€ne bis zum 1. Juli. Es kam zu sowjetischen Bombenangriffen auf rumĂ€nische StĂ€dte. Nach dem Ausbruch aus den BrĂŒckenköpfen kamen die deutschen und rumĂ€nischen VerbĂ€nde im Norden am schnellsten voran, wo die sowjetische Verteidigung weitgehend zusammengebrochen war, wĂ€hrend im SĂŒden eingegrabene sowjetische Truppen lĂ€ngeren Widerstand leisteten. Der 4. rumĂ€nischen Armee misslang der Ausbruch aus den BrĂŒckenköpfen in das sowjetisch kontrollierte und befestigte HĂŒgelland.cite-ref-18[18]
Der Stillstand im SĂŒden wurde erst aufgebrochen, nachdem die FĂŒhrung der 11. Armee die 1. rumĂ€nische Panzerdivision nach SĂŒden eindrehen lieĂ. Die Division erreicht am 16. Juli 1941 ChiÈinÄu und griff die rechte sowjetische Flanke an. Dennoch gelang der Roten Armee ein weitgehend geordneter, durch Gegenangriffe abgeschirmter RĂŒckzug ĂŒber den Dnister.cite-ref-19[19] Zugleich begannen die deutsche 11. und die rumĂ€nische 3. Armee am 16. Juli den Ăbergang ĂŒber den Dnister, um an der Einkesselung der sowjetischen Truppen in der Ukraine teilzunehmen, die die Heeresgruppe SĂŒd beabsichtigte. Am 26. Juli erreicht schlieĂlich auch die rumĂ€nische 4. Armee im SĂŒden den Dnister. Zu diesem Zeitpunkt erkannte die deutsche FĂŒhrung, dass ihre Operation Barbarossa nicht den Zusammenbruch der Sowjetunion auslösen wĂŒrde. Sie ging zum Versuch einer groĂflĂ€chigen Eroberung ĂŒber. Hauptziel der Heeresgruppe SĂŒd war dabei Kiew. Der rumĂ€nischen 4. Armee kam dabei als Aufgabe der Schutz der rechten Flanke der deutschen HauptkrĂ€fte bis zum SĂŒdlichen Bug zu, insbesondere die EinschlieĂung und Eroberung Odessas. Einer entsprechenden Anfrage Hitlers vom 27. Juli 1941 stimmte Antonescu zu.cite-ref-20[20]
Weiter nördlich war die rumĂ€nische 3. Armee an der Kesselschlacht bei Uman beteiligt. Als sie anschlieĂend gemeinsam mit den Deutschen den Bug ĂŒberschreiten sollte, drohten auf der anderen Seite stehende, ebenfalls mit den Deutschen verbĂŒndete ungarische Truppen mit Kampfhandlungen gegen die RumĂ€nen. Die 3. Armee blieb daraufhin zunĂ€chst hinter dem Bug zurĂŒck. Mitte August verlangte Hitler von Antonescu, dass die rumĂ€nische Armee im gesamten SĂŒden der Ukraine und zum Angriff auf die Halbinsel Krim eingesetzt werden sollte. Als Gegenleistung setzte Antonescu am Ende des Monats die Vereinbarung von Tighina durch, nach der Transnistria RumĂ€nien angeschlossen wurde und RumĂ€nien sowjetische Gebiete ĂŒber die 1940 verlorenen hinaus annektieren durfte. Die Eroberung des spĂ€teren rumĂ€nischen Besatzungsgebiets bis hin zum Bug wurde ebenfalls im August abgeschlossen.cite-ref-21[21]cite-ref-22[22]
Am 14. August fĂŒhrten die rumĂ€nischen Truppen in der Schlacht um Odessa den ersten Angriff auf die Stadt aus. Die Schlacht dauerte noch bis Oktober 1941 an und band die sĂŒdliche HĂ€lfte der rumĂ€nischen Truppen. Weiter nördlich ĂŒberschritten am 19. August die 3. rumĂ€nische und die 11. deutsche Armee den Dnepr, um weiter in Richtung Krim vorzugehen. Nach dem Ende der Schlacht um Odessa wurde die rumĂ€nische 4. Armee von Mitte Oktober 1941 an weitgehend demobilisiert. Nur ein Teil ihrer Truppen verblieb als Besatzung in der Region zwischen Dnister und Dnjepr.cite-ref-23[23]
General Petre Dumitrescu fĂŒhrte die 3. Armee am 26. September in die Schlacht am Asowschen Meer. FĂŒr den folgenden Angriff auf die Krim wollten die Deutschen zunĂ€chst keine rumĂ€nischen Einheiten einsetzen. Erich von Manstein griff dann aber doch auf zwei gut motorisierte Brigaden und ein Regiment der 3. rumĂ€nischen Armee zurĂŒck, da seine 11. Armee selbst untermotorisiert war.cite-ref-24[24] Bis zum 10. Oktober entfernten sich die VerbĂ€nde der 3. Armee mehr als 1700 Kilometer von RumĂ€nien, schlugen vier gröĂere Schlachten und bestritten 42 kleinere Gefechte. Zugleich brach Mitte Oktober der Kampfeswillen der rumĂ€nischen Truppen angesichts schwerer KĂ€mpfe, geringem und schlecht ausgebildetem Personalersatz, seit zwei Monaten ausbleibendem Sold und schlechter Postverbindungen zusehends zusammen.cite-ref-25[25]
Ende Oktober 1941 ĂŒbernahm die rumĂ€nische 3. Armee das Kommando ĂŒber die im Besatzungsgebiet verbliebenen ehemaligen Einheiten der 4. Armee. Die verschiedenen Korps der 3. Armee hatten dabei unterschiedliche Operationsgebiete: Das II. Corps stellte die Besatzung Transnistriens, das VI. die zwischen Bug und Dnjepr. Unter dem direkten Kommando der 11. deutschen Armee ĂŒberwachte das rumĂ€nische Kavalleriekorps die KĂŒstenregion am Asowschen Meer und das rumĂ€nische Gebirgskorps war in die Besatzungsstruktur der 11. Armee auf der Krim integriert und kĂ€mpfte in Teilen in der Schlacht um Sewastopol 1941â1942.cite-ref-26[26]
FĂŒr die Schlacht von Stalingrad befahl das Oberkommando des Heeres (OKH) groĂe Teile von Dumitrescus Truppen in die belagerte Stadt, die dort entweder fielen oder in sowjetische Gefangenschaft gerieten. Die Verteidigung des 138 km langen Frontabschnitts durch die verbleibenden VerbĂ€nde wurde hierdurch geschwĂ€cht; eine Offensive der Roten Armee im SĂŒdwesten durchbrach die rumĂ€nische Front und zwang die rumĂ€nischen VerbĂ€nde im Dezember 1943 zum RĂŒckzug. Auf dem Weg nach Bukarest wurden die Truppen von der Roten Armee eingekesselt. Die Sowjets machten mehr als 130.000 rumĂ€nische Kriegsgefangene; nur Reste der VerbĂ€nde erreichten Bukarest.cite-ref-27[27]
RumĂ€nien trug unter der Regierung Antonescu mit Lieferungen von Ăl, Getreide und Industrieprodukten bedeutend zur Versorgung Deutschlands und der Armeen der AchsenmĂ€chte bei, zumeist jedoch ohne finanzielle Kompensation, was eine hohe Inflation zur Folge hatte. Die Erdölfelder von PloieÈti waren eine der wichtigsten Ălquellen fĂŒr die Wehrmacht. Westalliierte Luftangriffe auf PloieÈti sollten die Produktion von kriegswichtigen GĂŒtern wie Treibstoff verhindern oder zumindest beeintrĂ€chtigen. Am 1. August 1943 bombardierten ĂŒber 100 US-amerikanische Consolidated B-24 die Förderanlagen und Raffinerien in der Operation Tidal Wave.
Trotz der BĂŒndnisse Ungarns und RumĂ€niens mit Deutschland stand das Antonescu-Regime in der SiebenbĂŒrgen-Frage auf diplomatischer Ebene Ungarn weiterhin feindlich gegenĂŒber. Vor der sowjetischen Gegenoffensive von Stalingrad sah die rumĂ€nische Regierung eine bewaffnete Auseinandersetzung mit Ungarn in dieser Frage fĂŒr die Zeit nach dem erwarteten Sieg ĂŒber die Sowjetunion als unausweichlich an.
RumÀnien und der Holocaust
Antonescu erklĂ€rte kurz nach seinem Amtsantritt 1940 die Juden RumĂ€niens fĂŒr staatenlos, soweit sie nicht bereits vor Abschluss der FriedensvertrĂ€ge BĂŒrger geworden waren. Das betraf so gut wie alle Juden, etwa 590.000. Mit dem Kriegseintritt RumĂ€niens begannen im Februar 1941 die Massaker der Eisernen Garde an den Juden und kulminierten zunĂ€chst im Todeszug von IaÈi. Am 2. Juli 1941 erhielten Gendarmerieoffiziere, die die von rumĂ€nischen Truppen eroberten Gebiete ĂŒberwachen sollten, die Anweisung von Gendarmeriekommandeur Constantin Vasiliu, möglichst viele Juden zu erschieĂen und die Ăberlebenden zu deportieren, was auch ausgefĂŒhrt wurde. Zugleich begann die deutsche Einsatzgruppe D ihre Mordaktionen in diesem Gebiet. DarĂŒber hinaus kam es unmittelbar nach der Eroberung zu Gewalttaten in den betreffenden Regionen. Dabei handelte es sich zum Teil um spontane GewaltausbrĂŒche, zum Teil auf Einheitsebene organisierte Mordkommandos gegen angebliche jĂŒdische HeckenschĂŒtzen. Insbesondere in den rĂŒckeroberten vormals rumĂ€nischen Gebieten beteiligte sich auch die Zivilbevölkerung an den Gewalttaten.cite-ref-28[28] Nach der Eroberung Transnistriens wurden von Herbst 1941 an rund 142.000 Juden aus dem rumĂ€nischen Stammland dorthin deportiert. Viele von ihnen fielen dort der weiteren Verfolgung zum Opfer.cite-ref-29[29] Neben den organisierten Verfolgungen und der UnterstĂŒtzung der Einsatzgruppe D kam es im gesamten rumĂ€nischen Besatzungsgebiet immer wieder zur Ermordung von Juden, hĂ€ufig im Rahmen von sogenannter PartisanenbekĂ€mpfung.cite-ref-30[30]
Auch beim Massaker von Odessa im Herbst und Winter 1941 wurden Zehntausende Juden in Odessa und im gesamten Gouvernement Transnistrien umgebracht. Selbst nach dem Sturz der Eisernen Garde fĂŒhrte das Antonescu-Regime, verbĂŒndet mit dem Deutschen Reich, eine Politik von UnterdrĂŒckung und Massakern an Juden und Roma fort, hauptsĂ€chlich in den östlichen Gebieten. Pogrome und Deportationen waren in Moldau, der Bukowina und Bessarabien an der Tagesordnung. Die Zahl der Opfer ist umstritten, aber die niedrigsten seriösen SchĂ€tzungen bewegen sich zwischen 100.000, 250.000 und mindestens 280.000 Judencite-ref-sueddeutsche-de-31-0[31] und 20.000cite-ref-sueddeutsche-de-31-1[31] bis 25.000 Roma in diesen Ostregionen, wĂ€hrend von SiebenbĂŒrgens 150.000 Juden 120.000 unter dem Zugriff der Ungarn starben. Ohne deutschen Druck waren zum Zeitpunkt der Kapitulation RumĂ€niens im August 1944 mehr als die HĂ€lfte der Juden des Landes ermordet, und nur die neue politische Lage verhinderte die völlige Vernichtung der Juden des Landes.cite-ref-32[32]
Siehe auch
:
Geschichte der Juden in RumÀnien
und
Jean Ancel
Königlicher Staatsstreich
â
Hauptartikel
:
Königlicher Staatsstreich in RumÀnien 1944
Um 1944 lag die rumĂ€nische Wirtschaft durch Kriegsausgaben und alliierte Bombardements am Boden, und es entwickelte sich selbst unter den KriegsbefĂŒrwortern Widerstand gegen Abschöpfung durch Deutschland.
Als die Front 1944 rumĂ€nisches Gebiet erreichte (siehe Operation Jassy-Kischinew = GroĂangriff am 20. August 1944), fĂŒhrte König Mihai, bis dahin hauptsĂ€chlich eine ReprĂ€sentationsfigur, am 23. August 1944 mit UnterstĂŒtzung oppositioneller Politiker aus dem Mitte-links-Spektrumcite-ref-otto-luchterhandt-33-0[33] und der Armee erfolgreich einen Staatsstreich durch, womit er die Diktatur Antonescus beendete, die Verfassung von 1923 teilweise wieder in Kraft setztecite-ref-otto-luchterhandt-33-1[33] und einen Seitenwechsel RumĂ€niens auf die Seite der Alliierten herbeifĂŒhrte. Die neue bĂŒrgerliche Regierung RumĂ€niens wurde von Premierminister Nicolae RÄdescu gefĂŒhrt. Im Kampf gegen Deutschland erlitt RumĂ€nien weitere heftige Verluste in SiebenbĂŒrgen, Ungarn und der Tschechoslowakei.
Obwohl rumĂ€nische VerbĂ€nde nun unter sowjetischem Kommando kĂ€mpften, betrachteten die Sowjets RumĂ€nien als besetztes Territorium und stationierten Truppen im ganzen Land. Die Alliierten WestmĂ€chte erkannten diesen Status in der Konferenz von Jalta an. Die Pariser Friedenskonferenz 1946 verweigerte RumĂ€nien den Rang eines Mitalliierten. Das Territorium RumĂ€niens verkleinerte sich verglichen mit seiner Ausdehnung vor dem Zweiten Weltkrieg deutlich. Zwar wurde der Wiener Schiedsspruch revidiert und NordsiebenbĂŒrgen wieder unter rumĂ€nische Verwaltung gestellt, jedoch mussten Bessarabien und die Nordbukowina an die Sowjetunion zurĂŒckgegeben werden.
Sowjetische Reparationsforderungen fĂŒr KriegsschĂ€den vor dem Seitenwechsel erfĂŒllte RumĂ€nien im Januar 1945 durch eine von den russischen Besatzern forcierte Verschleppung der arbeitsfĂ€higen RumĂ€niendeutschen in sowjetische Arbeitslager.cite-ref-34[34] Herta MĂŒller hat das Thema in ihrem Roman Atemschaukel verarbeitet.
Volksrepublik und Sozialistische Republik
Aufstieg der Kommunisten
1945 wurde Petru Groza von der den Kommunisten nahestehenden Front der PflĂŒger zum Premierminister ernannt. Obwohl seine Regierung aus Vertretern der meisten gröĂeren Vorkriegsparteien bestand, waren die SchlĂŒsselministerien von den Kommunisten besetzt. Die erste Regierung unter Groza beschloss im MĂ€rz 1945 eine Landreform mit weitreichenden Enteignungen von Feldbesitz, HĂ€usern, GroĂvieh, landwirtschaftlichen Maschinen und GerĂ€t.cite-ref-35[35] Mit der Regierung Groza begann die sowjetische und kommunistische Vorherrschaft in RumĂ€nien.
König Mihai, unzufrieden mit dem von der Regierung eingeschlagenen Kurs, verweigerte die Unterzeichnung neuer Gesetze, womit er Grozas RĂŒcktritt erzwingen wollte. Groza entschied sich, die Gesetze auch ohne Mihais Zustimmung in Kraft treten zu lassen. Am 8. November 1945 wurde eine antikommunistische Demonstration vor dem Königspalast in Bukarest mit Gewalt aufgelöst, wobei es zahlreiche Verhaftungen, Verletzte und eine unbekannte Zahl an Toten gab.
GemÀà Artikel 14 des Waffenstillstandsvertrages vom 12. September 1944 mit RumĂ€niencite-ref-36[36] lieĂ die Alliierte Kontrollkommission unter dem Vorsitz der Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg zwei Volksgerichtshöfe zur Beurteilung von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in RumĂ€nien errichten. Diese Volksgerichtshöfe (rumĂ€nisch Tribunalele Poporului) befanden sich in Cluj und Bukarest. 1946 und 1947 wurden zehntausende Angehörige des ehemals auf der Seite der AchsenmĂ€chte stehenden Regimes als Kriegsverbrecher hingerichtet, so am 1. Juni 1946 auch der Generalstabschef des Heeres und frĂŒhere diktatorisch regierende MinisterprĂ€sident Ion Antonescu im GefĂ€ngnis Jilava nahe Bukarest. Das Frauenwahlrecht wurde 1946 eingefĂŒhrt.cite-ref-37[37] Bei den Wahlen nach Einheitsliste vom 19. November 1946cite-ref-38[38]cite-ref-otto-luchterhandt-33-2[33] (vgl. RumĂ€nische Kommunistische Partei) erhielten die Kommunisten angeblich 80 % der Stimmen; tatsĂ€chlich wurden die Wahlen massiv und teilweise gewaltsam manipuliert.cite-ref-spiegel-kogelfranz-39-0[39]
Im FrĂŒhjahr 1947 zerschlug die Groza-Regierung die Reste der Opposition mit Massenverhaftungen und dem Verbot der beiden groĂen traditionellen politischen Gruppen, der Partidul NaÈional ÈÄrÄnesc CreÈtin Democrat (âNationale Christlich-Demokratische Bauernparteiâ) und der Partidul NaÈional Liberal (âNational-Liberale Parteiâ). BauernfĂŒhrer Iuliu Maniu, damals 74 Jahre alt, wurde am 11. November 1947 zu lebenslanger Haft verurteilt und verstarb acht Jahre spĂ€ter. Der FĂŒhrer der Liberalen Constantin BrÄtianu wurde 1950 gefangen genommen, ohne Prozess inhaftiert und im Mai 1950 in das berĂŒchtigte Sighet-GefĂ€ngnis verlegt. Dort starb er am 20. August 1950 im Alter von 84 Jahren.cite-ref-40[40] Nach der Absetzung auch der letzten liberalen Minister um Gheorghe TÄtÄrescu dankte auch König Mihai unter Druck am 30. Dezember 1947 ab und ging ins Exil in die Schweiz. Die âVolksrepublik RumĂ€nienâ wurde ausgerufen und am 13. April 1948 durch eine Verfassung gegrĂŒndet.cite-ref-spiegel-kogelfranz-39-1[39]
Parteiinterne MachtkÀmpfe
Die frĂŒhen Jahre der kommunistischen Herrschaft in RumĂ€nien waren durch wiederholte Kurswechsel und Massenverhaftungen geprĂ€gt, und verschiedene Gruppierungen kĂ€mpften um die Vorherrschaft. 1948 wurde die frĂŒhere Agrarreform rĂŒckgĂ€ngig gemacht und durch eine Hinwendung zur Kollektivierung der Landwirtschaft ersetzt. Dies fĂŒhrte zu zehntausenden von Festnahmen, ebenso wie die BemĂŒhungen, die Unierte Kirche zu eliminieren. Am 11. Juni 1948 wurden alle Banken und groĂen Unternehmen verstaatlicht. RumĂ€nien entwickelte ein System der Zwangsarbeit und politischen GefĂ€ngnisse Ă€hnlich wie in der Sowjetunion. Beim erfolglosen Versuch, einen Donau-Schwarzmeer-Kanal zu bauen, starben geschĂ€tzte 100.000 politische HĂ€ftlinge.
Es gab drei wichtige Gruppierungen, alle stalinistisch, die sich mehr durch ihre jeweilige persönliche Geschichte als durch tiefere politische oder philosophische Differenzen unterschieden: Die Emigranten unter Ana Pauker und Vasile Luca hatten den Krieg im Moskauer Exil verbracht. Die Einheimischen, von denen Gheorghe Gheorghiu-Dej der wichtigste war, waren wĂ€hrend des Kriegs in rumĂ€nischen GefĂ€ngnissen, vor allem im GefĂ€ngnis Doftana gewesen und wurden deshalb in RumĂ€nien GefĂ€ngnisgruppe genannt. Eine etwas weniger stalinistische Gruppierung, zu der LucreÈiu PÄtrÄÈcanu zĂ€hlt, hatte sich durch die Antonescu-Jahre gerettet, indem sie sich in RumĂ€nien versteckte. Sie hatte in den breiten Regierungen unmittelbar nach Mihais Staatsstreich teilgenommen.
Mit Josef Stalins RĂŒckendeckung, und wahrscheinlich unter dem Einfluss der antisemitischen Politik des spĂ€ten Stalinismus (Pauker war JĂŒdin), gewannen Gheorghiu-Dej und die Einheimischen den Machtkampf. Pauker wurde bei den SĂ€uberungen zusammen mit 192.000 anderen Parteimitgliedern aus der Partei ausgeschlossen. PÄtrÄÈcanu wurde nach einem Schauprozess hingerichtet.
Ăra Gheorghiu-Dej
Gheorghiu-Dej, ein ĂŒberzeugter Stalinist, war von der beginnenden Entstalinisierung in der Sowjetunion nach Stalins Tod 1953 nicht angetan. Er fĂŒrchtete auch den Plan des RGW, aus RumĂ€nien den âBrotkorbâ des Ostblocks zu machen, da er ein Programm zur Entwicklung der Schwerindustrie verfolgte. Er schloss RumĂ€niens gröĂte Arbeitslager, gab das Projekt Donau-Schwarzmeer-Kanal auf, stoppte Rationierungen und erhöhte die Arbeiterlöhne.
Dies, verbunden mit dem anhaltenden Ressentiment, dass mit der GrĂŒndung der Moldauischen Sowjetrepublik historisch rumĂ€nisches Land Teil der Sowjetunion geworden war, fĂŒhrte RumĂ€nien unter Gheorghiu-Dej konsequent auf einen verhĂ€ltnismĂ€Ăig unabhĂ€ngigen und nationalistischen Kurs hin.
Gheorghiu-Dej identifizierte sich mit dem Stalinismus. Um seine Position zu festigen, lieĂ er 1952 die AuĂenministerin Ana Pauker entmachten und aus der Partei ausschlieĂen. Die liberalere Tauwetter-Periode nach Stalins Tod drohte seine AutoritĂ€t zu unterwandern. Nun versprach er Kooperation mit jedem Staat â unabhĂ€ngig von seinem politisch-wirtschaftlichen System â, solange er die internationale Gleichheit anerkannte und sich nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten einmischte. Diese Politik fĂŒhrte zu einer Festigung von RumĂ€niens Beziehungen zu China, das ebenso nationale Selbstbestimmung befĂŒrwortete.
1954 trat Gheorghiu-Dej als GeneralsekretĂ€r der Partei zurĂŒck, blieb aber Vorsitzender. Ein kollektives Sekretariat aus vier Mitgliedern, darunter Nicolae CeauÈescu, kontrollierte die Partei fĂŒr ein Jahr, nach dem Gheorghiu-Dej wieder die ZĂŒgel in die Hand nahm. Trotz seiner neuen Politik der internationalen Kooperation trat RumĂ€nien 1955 dem Warschauer Pakt bei, was zur Unterordnung und Integration eines Teils seines MilitĂ€rs in die sowjetische MilitĂ€rmaschine fĂŒhrte. RumĂ€nien lehnte spĂ€ter Manöver des Warschauer Pakts auf seinem Gebiet ab und schrĂ€nkte seine Beteiligung an MilitĂ€rmanövern in anderen LĂ€ndern des BĂŒndnisses ein.
1956 brandmarkte der sowjetische Premier Chruschtschow Stalin in seiner Geheimrede vor dem XX. Parteitag der KPdSU. Gheorghiu-Dej und die FĂŒhrung der PMR waren gestĂ€rkt, die Entstalinisierung zu ĂŒberstehen. Gheorghiu-Dej machte Pauker, Luca und Georgescu zu den SĂŒndenböcken der Exzesse der rumĂ€nischen Kommunisten in der Vergangenheit und behauptete, dass die rumĂ€nische Partei die stalinistischen Elemente schon vor Stalins Tod gesĂ€ubert habe.
Im Oktober 1956 widersetzten sich die kommunistischen FĂŒhrer in Polen den sowjetischen militĂ€rischen Drohungen, sich in die polnischen Angelegenheiten einzumischen und ein fĂŒgsameres PolitbĂŒro einzusetzen. Wenige Wochen spĂ€ter löste sich die kommunistische Partei in Ungarn wĂ€hrend des Ungarischen Volksaufstandes praktisch auf. Der polnische Oktober und der ungarische Volksaufstand inspirierten rumĂ€nische Studenten und Arbeiter, in den UniversitĂ€ten und ArbeiterstĂ€dten fĂŒr Freiheit, bessere Lebensbedingungen und das Ende der Sowjetvorherrschaft zu demonstrieren, so bei der Studentenrevolte in TimiÈoara 1956. Da Gheorghiu-Dej fĂŒrchtete, dass ein ungarischer Aufstand die ungarische Bevölkerung in seinem eigenen Land zur Revolte aufstacheln könnte. Er setzte sich fĂŒr eine rasche Intervention durch die Sowjets ein. Die Sowjetunion verstĂ€rkte ihre MilitĂ€rprĂ€senz in RumĂ€nien, insbesondere an der Grenze zu Ungarn. Wenngleich die Unruhen in RumĂ€nien sich als bruchstĂŒckhaft und kontrollierbar erwiesen, diejenigen in Ungarn waren es nicht, und so startete Moskau im November einen blutigen Einmarsch in Ungarn.
Nach der Revolution von 1956 arbeitete Gheorghiu-Dej eng mit Ungarns neuem FĂŒhrer JĂĄnos KĂĄdĂĄr zusammen. Obwohl RumĂ€nien zunĂ€chst den exilierten frĂŒheren ungarischen Premier Imre Nagy aufnahm, lieferte es ihn an Budapest fĂŒr einen Prozess und seine Hinrichtung aus. Im Gegenzug gab KĂĄdĂĄr die ungarischen AnsprĂŒche auf SiebenbĂŒrgen auf und prangerte Ungarn, die dort die Revolution unterstĂŒtzt hatten, als Chauvinisten, Nationalisten und Irredentisten an.
RumĂ€niens Regierung ergriff MaĂnahmen, die Unzufriedenheit im Lande zu lindern, indem man Investitionen in die Schwerindustrie verminderte, die Produktion von KonsumgĂŒtern verstĂ€rkte, die Wirtschaftsverwaltung dezentralisierte, Löhne erhöhte und Elemente der Arbeiterselbstverwaltung einfĂŒhrte. Die Behörden schafften die obligatorischen Lieferungen durch Privatbauern ab, beschleunigten aber das Kollektivierungsprogramm Mitte der 1950er Jahre, wenn auch weniger brutal als zuvor. Die Regierung erklĂ€rte die Kollektivierung 1962 fĂŒr vollstĂ€ndig; zu diesem Zeitpunkt hielten kollektive und Staatshöfe 77 % des bebaubaren Landes.
Trotz Gheorghiu-Dejs Behauptung, dass er die rumĂ€nische Partei von Stalinisten gesĂ€ubert habe, blieb er wegen seiner offenbaren MittĂ€terschaft in den ParteiaktivitĂ€ten zwischen 1944 und 1953 anfĂ€llig fĂŒr Angriffe. Bei einer Vollversammlung der PMR im MĂ€rz 1956 kritisierten Miron Constantinescu und Iosif ChiÈinevschi, beide PolitbĂŒromitglieder und stellvertretende Premiers, Gheorghiu-Dej. Constantinescu, der sich fĂŒr eine Liberalisierung im Stil Chruschtschows einsetzte, stellte eine besondere Bedrohung fĂŒr Gheorghiu-Dej dar, weil er gute Beziehungen zur Moskauer FĂŒhrung unterhielt. Die PMR entfernte Constantinescu und ChiÈinevschi 1957, indem sie sie als Stalinisten denunzierte und sie der MittĂ€terschaft mit Pauker bezichtigte. Danach musste Gheorghiu-Dej keine ernsthafte Herausforderung seiner FĂŒhrungsrolle befĂŒrchten. CeauÈescu ersetzte Constantinescu an der Spitze der PMR-Kader.
Gheorghiu-Dej erreichte nie eine wirklich fĂŒr beide Seiten akzeptable Einigung mit Ungarn ĂŒber SiebenbĂŒrgen. Gheorghiu-Dej ging das Problem von zwei Seiten an: indem er die FĂŒhrer der Ungarischen Volksunion festnehmen lieĂ und indem er 1952 im Szeklerland eine autonome ungarische Region (Regiunea Autonoma Maghiara) einrichtete.
Ăra CeauÈescu
Gheorghiu-Dej starb 1965 unter unklaren UmstĂ€nden (anscheinend als er wegen einer medizinischen Behandlung in Moskau war). Nach einem unausweichlichen Machtkampf wurde der vorher unauffĂ€llige Nicolae CeauÈescu sein Nachfolger. Wo Gheorghiu-Dej einer stalinistischen Linie gefolgt war, wĂ€hrend die Sowjetunion in einer reformerischen Phase war, erschien CeauÈescu nun zunĂ€chst als Reformer, und das zu einer Zeit, als die Sowjetunion unter Leonid Breschnew in eine neostalinistische Richtung steuerte.
In seinen frĂŒhen Regierungsjahren war CeauÈescu sowohl im Inland als auch im Ausland populĂ€r. LandwirtschaftsgĂŒter waren reichlich vorhanden, KonsumgĂŒter tauchten wieder auf, zudem gab es eine Periode politischen Tauwetters. Im Ausland nahm man zur Kenntnis, dass er sich gegen den sowjetischen Einmarsch in die Tschechoslowakei 1968 aussprach. WĂ€hrend sein Ansehen im Inland bald verblasste, hatte er wegen seiner unabhĂ€ngigen politischen Linie weiterhin ungewöhnlich gute Beziehungen zu westlichen Regierungen und mit Institutionen wie dem Internationalen WĂ€hrungsfonds und der Weltbank. Unter CeauÈescu unterhielt RumĂ€nien diplomatische Beziehungen unter anderem mit der Bundesrepublik Deutschland, Israel, China, Albanien.
Die Phase von Freiheit und scheinbarem Wohlstand sollte allerdings nur kurz sein. In einem Versuch, die Geburtenrate zu steigern, setzte CeauÈescu ein Gesetz durch, das Abtreibung und EmpfĂ€ngnisverhĂŒtung beschrĂ€nkte: beides war nur Frauen ĂŒber 40 Jahren und solchen mit wenigstens vier Kindern erlaubt; 1972 wurden diese Grenzen auf 45 Jahre bzw. fĂŒnf Kinder angehoben. In den 1980er Jahren ging er noch weiter: Obligatorische gynĂ€kologische Untersuchungen sollten Frauen identifizieren, die ihre âpatriotische Verantwortungâ, zu gebĂ€ren, umgingen. Die SteuersĂ€tze wurden geĂ€ndert, um Singles und Kinderlose zu benachteiligen. Dennoch versuchten viele Frauen, besonders notleidende, ihr ungeborenes Kind mit DrĂ€hten oder Medikamenten heimlich abzutreiben. Antibabypillen, VerhĂŒtungsmittel und sogar verfallene Abtreibungsmittel wurden auf dem Schwarzmarkt gehandelt. Als Folge dieser Abtreibungsversuche (aber auch der schlechten ErnĂ€hrung) starben 11.000 Frauen,cite-ref-41[41] auch wurden massenhaft behinderte Kinder geboren und in WaisenhĂ€user abgeschoben. Im Alter von drei Jahren wurden sie von einer Ărztekommission untersucht, die ĂŒber ihr weiteres Schicksal entschied. Danach holte sich die Geheimpolizei Securitate ihren Nachwuchs aus den WaisenhĂ€usern. Die chronisch kranken Kinder, die Kinder mit EntwicklungsschĂ€den durch MangelernĂ€hrung und die ZurĂŒckgebliebenen wurden in Heime wie zum Beispiel Cighid abgeschoben. Dort starben die meisten schon nach wenigen Wochen am Hunger und an Krankheiten, oder sie erfroren einfach.cite-ref-42[42]
WĂ€hrend Gheorghiu-Dejs Haltung gegenĂŒber der ungarischen Minderheit noch doppelzĂŒngig war, ging CeauÈescu offen repressiv vor. Schulen in ungarischer Sprache, VerlagshĂ€user und kulturelle Institutionen wurden weitgehend geschlossen. Ethnische Ungarn wurden gedrĂ€ngt, ihren Kindern traditionell rumĂ€nische Namen zu geben. Juden und Deutschen erging es verhĂ€ltnismĂ€Ăig besser: Sie waren im VerhĂ€ltnis zu den deutschen und israelischen Regierungen nĂŒtzlich als Verhandlungsmasse. Mit dem Freikauf von RumĂ€niendeutschen durch die deutsche Bundesregierung wurde zwischen 1967 und 1989 unter dem Decknamen Geheimsache Kanal die Ausreise von 226.654 RumĂ€niendeutschen aus RumĂ€nien in die Bundesrepublik Deutschland erwirkt. Die Höhe der Zahlungen fĂŒr das sogenannte Kopfgeld wird auf ĂŒber 1 Milliarde DM geschĂ€tzt. RumĂ€nien und der junge Staat Israel schlossen bereits im Juli 1948 ein Wirtschaftsabkommen, welches unter anderem die Auswanderung von 5000 Juden monatlich vorsah, zu Kosten von 8000 Lei pro Kopf. Das Joint Distribution Committee erklĂ€rte sich bereit, diese Kosten zu tragen. Insgesamt verlieĂen 118.000 Juden zwischen Mai 1948 und Ende 1951 das Land Richtung Israel.cite-ref-hildrun-glass-43-0[43] Als weitere Kompensation wurden GeflĂŒgelfarmen und andere agrarwirtschaftliche Betriebe von Israel geliefert.cite-ref-ion-mihai-pacepa-44-0[44]
Andere Verletzungen von Menschenrechten waren typisch fĂŒr ein stalinistisches Regime: Der massive Einsatz der Geheimpolizei (die Securitate), Zensur, massive Umsiedlungen, wenn auch nicht im selben MaĂstab wie in den 1950ern. Ganz Bukarest war mit einem Tunnelsystem fĂŒr die Securitate unterzogen, wie sich beim Aufstand von 1989 herausstellte.
CeauÈescus RumĂ€nien fĂŒhrte Gheorghiu-Dejs Politik der Industrialisierung fort, produzierte aber immer noch wenige GĂŒter, die qualitativ auf dem Weltmarkt konkurrieren konnten. Nach einem Besuch in Nordkorea entwickelte CeauÈescus eine megalomanische Vision zum völligen Neuaufbau des Landes; dies wurde als Programm zur Systematisierung der Dörfer bekannt. Ganze StĂ€dte und schlieĂlich ein GroĂteil der Hauptstadt Bukarest wurden abgerissen und entweder durch nichtssagende BetongebĂ€ude oder (wenn das Geld ausging) durch nichts ersetzt; dieses Schicksal traf u. a. Teile der historischen Altstadt von Bukarest samt dem jĂŒdischen Schtetl.
Trotz allem, und trotz der entsetzlichen Behandlung der âĂŒberzĂ€hligenâ oder kranken Kinder, hatte das Land weiterhin ein gutes Schulsystem und im Allgemeinen ein gutes Gesundheitssystem. Beide wurden jedoch durch die zunehmend ĂŒberlebensnotwendige Korruption in RumĂ€nien zerrĂŒttet: Operationen und AufnahmeprĂŒfungen an den Hochschulen mussten in Naturalien oder mit Bargeld âbezahltâ werden, ĂŒber 60-JĂ€hrige erhielten oft gar keine medizinische Versorgung.cite-ref-45[45] Nicht jedes Industrialisierungsprojekt scheiterte: CeauÈescu lieĂ RumĂ€nien ein recht effektives System der Energieerzeugung und -ĂŒbertragung zurĂŒck, das in den letzten Jahren seiner Herrschaft jedoch funktionsunfĂ€hig war. Die Heizkraftwerke, die auch Lignit und Teerschiefer verfeuern mussten, wurden teilweise mit schwarzer Erde betrieben, und die notwendige BrennwĂ€rme wurde nicht erreicht. Die Temperatur in WohnhĂ€usern lag zeitweise bei 12â14 °C, der Strom wurde vormittags, abends und nachts abgeschaltet.cite-ref-46[46] Bukarest erhielt eine funktionierende U-Bahn. In vielen StĂ€dten wurden neue Wohnblocks errichtet, die alte Bausubstanz wurde manchmal auf persönlichen Befehl Elena CeauÈescus, dem Erdboden gleichgemacht.cite-ref-47[47]
In den 1980ern wurde CeauÈescu auf Ă€hnliche Weise besessen von der Idee, westliche Schulden zurĂŒckzuzahlen, die sich soweit aufgehĂ€uft hatten, dass RumĂ€nien der Staatsbankrott drohte, und einen âPalast des Volkesâ (Palatul Poporului) in beispiellosen AusmaĂen zu bauen, zusammen mit einer gleichermaĂen grandiosen Umgebung, dem Centru Civic. Es gab auch ein Wiederaufleben der BemĂŒhungen, einen Donau-Schwarzmeer-Kanal zu bauen. Dies fĂŒhrte zu einem vorher nicht dagewesenen Armutsniveau fĂŒr den durchschnittlichen RumĂ€nen. Es gab kein Fleisch zu kaufen, weil es gegen Devisen ins Ausland verkauft wurde. Es gab keinen Marmor fĂŒr Grabsteine, weil er fĂŒr den Bau des âPalast des Volkesâ, der das zweitgröĂte GebĂ€ude der Welt ist, obwohl er nie vollendet wurde, und des Centru Civic benötigt wurde. In der Ăra von Glasnost und Perestroika wurde dies mehr und mehr unakzeptabel sowohl fĂŒr die Sowjetunion wie fĂŒr den Westen. CeauÈescu hatte in den letzten Jahren seiner Herrschaft jegliches AugenmaĂ und jeglichen Bezug zu seiner Bevölkerung verloren. Warnsignale ĂŒber die wachsende Unzufriedenheit in der Arbeiterschaft wie der Aufstand von BraÈov 1987 wurden von CeauÈescu ignoriert. Da die gesellschaftliche Elite in den Schulen Englisch und Französisch lernte und die Möglichkeit hatte, an Informationen aus dem Westen zu gelangen, wuchs im Untergrund die Auflehnung gegen die Diktatur.
Siehe auch
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Antikommunistischer Widerstand in RumÀnien
RumÀnische Revolution 1989
â
Hauptartikel
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RumÀnische Revolution 1989
Im Gegensatz zur Sowjetunion zur gleichen Zeit entwickelte RumĂ€nien keine umfassende, privilegierte Elite. AuĂerhalb CeauÈescus eigenen Verwandten wurden Regierungsbeamte hĂ€ufig von einem zum anderen Job rotiert und geographisch versetzt, um die Möglichkeit zur Entwicklung einer Machtbasis zu verhindern. Dies verhinderte das Aufkommen des Reformkommunismus der Gorbatschow-Ăra, den es in Ungarn oder der Sowjetunion gab. Auch reagierte CeauÈescu â im Gegensatz zu Polen â auf Streiks mit einer gnadenlosen Strategie weiterer UnterdrĂŒckung. Diejenigen, die ihn vor solch einer Politik warnten, wurden als Kriminelle behandelt. Als in der Folge die Welle der Revolution von 1989 nach RumĂ€nien schwappte, tat sie es mit unvergleichlicher Energie. Der Sturz des rumĂ€nischen Regimes war beinahe einer der letzten in Osteuropa. Er war auch einer der brutalsten zu der Zeit. Obwohl die Ereignisse im Dezember 1989 sehr umstritten sind, ist die folgende Darstellung wenigstens ein angemessener Grundriss.
Proteste und AufstĂ€nde brachen am 17. Dezember in TimiÈoara aus. Der Auslöser war die polizeilich angeordnete Evakuierung aus dem Pfarrhaus bzw. die geplante Verhaftung des protestantischen Pfarrers und spĂ€teren Bischofs LĂĄszlĂł TĆkĂ©s, der ein ausgesprochener Gegner CeauÈescus war. Obwohl die ersten Demonstranten von der Securitate abtransportiert wurden, breiteten sich die Unruhen am nĂ€chsten Tag in der ganzen Stadt aus. Soldaten eröffneten das Feuer auf die Protestierenden und töteten rund 100 Menschen. Die Empörung ĂŒber die ErschieĂungen breitete sich nach Sibiu, Bukarest und anderswo aus. Soldaten auĂerhalb TimiÈoaras weigerten sich gewöhnlich, die Befehle, Demonstranten anzugreifen, auszufĂŒhren.
Nach einer zweitĂ€gigen Reise in den Iran wandte sich CeauÈescu am 21. Dezember an eine handverlesene Schar von 100.000 Leuten im Zentrum von Bukarest. Selbst hier begann die Menge ihn niederzuschreien. Die Securitate eröffnete das Feuer, aber das MilitĂ€r unter Verteidigungsminister Vasile Milea weigerte sich im Allgemeinen, es ihnen gleichzutun. Nachdem Milea unter nicht ganz geklĂ€rten UmstĂ€nden ums Leben kam und die LoyalitĂ€t der Armee nicht mehr gewĂ€hrleistet schien, versuchten CeauÈescu und seine Frau Elena CeauÈescu, mit einem Hubschrauber aus der Hauptstadt zu entkommen. Die Armee und die Securitate trugen in Bukarest offene StraĂenkĂ€mpfe aus, und hunderte, vielleicht tausende wurden im Schusswechsel getötet. Die CeauÈescus wurden schlieĂlich in TĂąrgoviÈte verhaftet. Ihr Leben wĂ€re vielleicht geschont worden, wenn die Securitate willens gewesen wĂ€re, ihre Waffen niederzulegen; so wurden sie aber einem zĂŒgigen und zweifelhaften Prozess unterzogen und am 25. Dezember erschossen. Mit ihrem Tod begann die Securitate, aufzugeben und löste sich bald auf, so dass die Gewalt zu einem Ende kam.
Postkommunistische Ăra
1990â1992
UnabhĂ€ngig von den beschriebenen Kontroversen hat RumĂ€nien seit der Revolution groĂe Fortschritte bei der Institutionalisierung demokratischer Prinzipien, BĂŒrgerrechte und der Achtung der Menschenrechte gemacht. Jedoch kann das Erbe von 44 Jahren kommunistischer Herrschaft nicht plötzlich beseitigt werden. Die Mitgliedschaft in der kommunistischen Partei war gewöhnlich die Vorbedingung fĂŒr eine höhere Ausbildung, Auslandsreisen oder einen guten Arbeitsplatz, wĂ€hrend der umfassende interne Sicherheitsapparat normale soziale und politische Beziehungen untergrub. Den wenigen aktiven Dissidenten, die unter CeauÈescu litten, muss es so erscheinen, dass die meisten, die nach der Revolution als Politiker Karriere machten, durch die Zusammenarbeit mit dem alten Regime kompromittiert sind.
Ăber 200 neue politische Parteien entstanden nach 1989, die sich mehr um Persönlichkeiten als um Programme drehten. Alle gröĂeren Parteien traten fĂŒr Demokratie und Marktreformen ein, aber die regierende Nationale Rettungsfront (FSN) schlug langsamere, vorsichtigere Wirtschaftsreformen und ein soziales Sicherungsnetz vor. Im Gegensatz dazu bevorzugten die Hauptoppositionsparteien â die Nationalliberale Partei PNL und die Christlich-Demokratische Bauernpartei PNÈ-CD â schnelle und radikale Reformen, unverzĂŒgliche Privatisierung, und eine SchwĂ€chung des Einflusses der exkommunistischen Elite. Es gibt zwar kein Gesetz, das kommunistische Parteien verbietet, aber die alte kommunistische Partei löste sich trotzdem auf, viele ehemalige Parteimitglieder blieben aber aktiv.
Am 20. Mai 1990 wurden PrĂ€sidenten- und Parlamentswahlen abgehalten. Gegen Vertreter der schon vor dem Krieg existierenden Nationalen Bauernpartei PNÈ-CD und Nationalliberalen Partei PNL gewann Ion Iliescu 85,07 % der Stimmen. Die FSN (Front der Nationalen Rettung) erhielt 66,31 % der Stimmen und erhielt so drei Viertel der Sitze im Parlament. Die stĂ€rksten Oppositionsparteien waren die Demokratische Allianz der Ungarn in RumĂ€nien (UDMR) mit 7,23 % und die PNL mit 6,41 %. Er berief den UniversitĂ€tsprofessor Petre Roman zum Premierminister und begann vorsichtige Wirtschaftsreformen.
Die neue Regierung tat schon frĂŒh einen entscheidenden Fehltritt. Unzufrieden mit dem anhaltenden politischen und wirtschaftlichen Einfluss von Mitgliedern der Elite der CeauÈescu-Ăra, trafen sich antikommunistische Demonstranten auf dem Bukarester UniversitĂ€tsplatz zu einem Dauerprotest. Zwei Monate spĂ€ter wurden Bergarbeiter aus dem Jiu-Tal nach Bukarest gebracht und trieben die ĂŒbriggebliebenen Protestierenden brutal auseinander (âMineriadenâ). PrĂ€sident Iliescu drĂŒckte öffentlich seine Dankbarkeit aus, was viele davon ĂŒberzeugte, dass die Regierung die Aktionen der Bergarbeiter initiiert habe. Die Bergarbeiter griffen auch die Hauptquartiere und HĂ€user von OppositionsfĂŒhrern an. Die Roman-Regierung stĂŒrzte Ende September 1991, als die Bergarbeiter nach Bukarest zurĂŒckkehrten, um höhere Löhne und bessere Lebensbedingungen zu fordern. Ein Technokrat, Theodor Stolojan, wurde zum Kopf einer Zwischenregierung ernannt, bis neue Wahlen abgehalten wurden.
Das Parlament entwarf eine neue demokratische Verfassung, die durch ein Volksreferendum im Dezember 1991 angenommen wurde. Die FSN teilte sich im MĂ€rz in zwei Gruppen auf, die von Ion Iliescu (FDSN) und Petre Roman (FSN) gefĂŒhrt wurden. Romans Partei nahm anschlieĂend den Namen âDemokratische Parteiâ (PD) an.
1992â1996
Die lokalen und nationalen Wahlen im September 1992 zeigten eine politische Kluft zwischen den groĂen stĂ€dtischen Zentren und dem Land. Die lĂ€ndlichen WĂ€hler, die fĂŒr die RĂŒckgabe des GroĂteils des Agrarlandes an die Bauern dankbar waren, aber Ănderungen fĂŒrchteten, bevorzugten PrĂ€sident Ion Iliescu und die FDSN, wĂ€hrend die stĂ€dtischen WĂ€hler die CDR (ein BĂŒndnis aus mehreren Parteien, unter denen die PNÈ-CD und die PNL die stĂ€rksten waren, und BĂŒrgerorganisationen) und schnelle Reformen favorisierten. Iliescu wurde im Herbst 1992 wiedergewĂ€hlt. Die FDSN gewann eine Mehrheit in beiden Kammern des Parlaments. Die FDSN bildete im November 1992 eine Regierung unter Premierminister Nicolae VÄcÄroiu, einem Ăkonomen, mit parlamentarischer UnterstĂŒtzung durch die nationalistischen Parteien PUNR und PRM sowie die kommunistische PSM. Aus der FDSN wurde im Juli 1993 die âPartei der Sozialen Demokratie RumĂ€niensâ (PDSR). Im Januar 1994 wurde die StabilitĂ€t der Regierungskoalition dadurch gefĂ€hrdet, dass die PUNR ihre UnterstĂŒtzung zu entziehen drohte, sollte sie nicht Posten im Kabinett bekommen. Im August 1994 bekamen zwei Mitglieder der nationalistischen PUNR Kabinettsposten in der Regierung. Im September gab der amtierende Justizminister bekannt, dass er in die PUNR eingetreten sei. PRM und PSM verlieĂen im Oktober bzw. Dezember 1995 die Regierung.
1996â2000
Die Kommunalwahlen von 1996 ergaben eine groĂe Verschiebung in der politischen Orientierung der rumĂ€nischen WĂ€hler. Die Oppositionsparteien setzten sich in Bukarest und in den meisten gröĂeren StĂ€dten in SiebenbĂŒrgen und im Banat durch.
Der Trend setzte sich in den nationalen Wahlen fort, und die Opposition dominierte die StĂ€dte und gewann stark in den lĂ€ndlichen Gegenden und den einstigen Hochburgen auĂerhalb SiebenbĂŒrgens, die vormals von Iliescu und der PDSR dominiert worden waren. Die Kampagne der Opposition konzentrierte sich auf die beiden Themen KorruptionsbekĂ€mpfung und Wirtschaftsreformen. Diese Botschaft fand in der WĂ€hlerschaft Widerhall, und so kamen Emil Constantinescu und die mit ihm verbĂŒndeten Parteien an die Macht.
Emil Constantinescu von der âDemokratischen Konvention RumĂ€niensâ (CDR), einem WahlbĂŒndnis, besiegte bei der nĂ€chsten Wahl PrĂ€sident Iliescu mit einem Abstand von 9 % und wurde neues Staatsoberhaupt.
Die PDSR gewann die gröĂte Anzahl Sitze im Parlament, aber die Parteien der CDR, die Demokratische Partei, die PNL und der âDemokratischen Verband der Ungarn RumĂ€niensâ (UDMR) bildeten zusammen eine Koalitionsregierung der Mitte, die 60 % der Sitze im Parlament hinter sich hatte. Victor Ciorbea wurde Premierminister. Ciorbea blieb bis MĂ€rz 1998 im Amt und wurde erst durch Radu Vasile (PNÈ-CD) ersetzt, dann durch den Chef der Nationalbank Mugur IsÄrescu.
Die Koalition aus mehreren Parteien stellte sich als nicht immer einfach heraus, da Entscheidungen oftmals durch lange Verhandlungen herausgezögert wurden. Dennoch wurden mehrere entscheidende Reformen in die Wege geleitet. Der Einfluss von ehemaligen Kommunisten und Mitgliedern der âSecuritateâ in der Staatsverwaltung wurde beseitigt, eine funktionierende Marktwirtschaft eingefĂŒhrt.
Die im Dezember 1996 gebildete Koalitionsregierung vollzog einen historischen Schritt, in dem sie die UDMR und ihre ungarischen UnterstĂŒtzer in die Regierung einlud.
Im Juli 2000 gab PrÀsident Emil Constantinescu bekannt, dass er nicht mehr kandidieren wird.
2000â2004
Bei den Parlamentswahlen im November 2000 scheiterte die christdemokratische PNÈ-CD an der WahlhĂŒrde, die liberale PNL und die Demokratische Partei bildeten die eigentliche Opposition in RumĂ€nien. Die PSD (Partei des Demokratischen Sozialismus) unter Ion Iliescu verzeichnete einen eindrucksvollen Sieg. Adrian NÄstase wurde Premierminister der Regierung, die 2003 durch mehrere KorruptionsvorwĂŒrfe erschĂŒttert wurde. Im Oktober 2003 mussten drei Minister aufgrund dieser VorwĂŒrfe zurĂŒcktreten.cite-ref-48[48]
Der EU-Beitrittsprozess wurde weitergefĂŒhrt. Demokratische Transparenz, Korruption und die Handhabung der Pressefreiheit waren in RumĂ€nien unter Iliescu und NÄstase problematisch.
Im Jahr 2002 wurde RumĂ€nien eingeladen, 2004 der NATO beizutreten. Dieser Beitritt erfolgte im Zuge der NATO-Osterweiterung am 29. MĂ€rz 2004. Im selben Jahr bestĂ€tigte die EuropĂ€ische Union ihre UnterstĂŒtzung fĂŒr RumĂ€niens Ziel, der Union 2007 beizutreten. Dazu waren jedoch in den folgenden Jahren tiefgreifende VerĂ€nderungen in der Wirtschaft notwendig.
2004â2008
Am 28. November und am 12. Dezember 2004 fanden PrĂ€sidentschaftswahlen statt. Die beiden wichtigsten Kandidaten waren der amtierende Premierminister Adrian NÄstase von der PSD sowie der BĂŒrgermeister von Bukarest Traian BÄsescu von der liberalen Allianz D.A. WĂ€hrend NÄstase auf die KontinuitĂ€t seiner ohnehin von Korruptionsskandalen geplagten Regierung setzte, schrieb sich BÄsescu eben den Antikorruptionskampf auf der Fahne.
Traian BÄsescu gewann das Rennen und ernannte CÄlin Popescu-TÄriceanu von der liberalen Allianz D.A. zum Premierminister.
Am 13. April 2005 stimmte das Europaparlament in StraĂburg dem Beitritt RumĂ€niens zur EuropĂ€ischen Union zu. Seit dem 1. Januar 2007 sind RumĂ€nien sowie auch Bulgarien Mitglied der EU.
Das BĂŒndnis von PNL und PD zerbrach 2007; TÄriceanu regierte mit einer weitgehend handlungsunfĂ€higen Minderheitsregierung aus PNL und UDMR weiter.
2008â2011
Die Parlamentswahl in RumĂ€nien 2008 fand erstmals entkoppelt von den PrĂ€sidentschaftswahlen statt. Die PSD und die neu gegrĂŒndete PD-L gingen daraus als Sieger hervor, woraufhin sie eine Regierung unter Emil Boc bildeten.cite-ref-49[49] Harte SparmaĂnahmen fĂŒhrte zu Protesten und schlieĂlich zu einem Misstrauensvotum im Parlament. Das Kabinett Boc II trat zurĂŒck. Der frĂŒhere AuĂenminister Teodor Baconschi behauptete, durch die Manipulation einzelner Abgeordneter seien einige zum OppositionsbĂŒndnis ĂŒbergetreten. StaatsprĂ€sident Traian BÄsescu ernannte Anfang Februar 2012 Mihai RÄzvan Ungureanu zum Premierminister und beauftragte ihn mit der Regierungsbildung.cite-ref-50[50]
Staatskrisen in RumĂ€nien 2012â2024
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Hauptartikel
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Staatskrise in RumÀnien 2012
Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/fehlend
Nach weniger als drei Monaten im Amt scheiterte Ungureanus Regierung an einem erfolgreichen Misstrauensvotum im Parlament, das von der Sozialdemokratischen Partei (rumĂ€nisch Partidul Social Democrat, PSD) und der National-Liberalen Partei (Partidul NaÈional Liberal, PNL) eingebracht wurde.cite-ref-51[51]cite-ref-52[52]
Durch ĂberlĂ€ufer gestĂ€rkt schlossen sich die PNL, die PSD und die Konservative Partei (Partidul Conservator, PC) zum neuen RegierungsbĂŒndnis Sozialliberale Union (Uniunea Social LiberalÄ, USL) unter Premierminister Victor Ponta zusammen. ErklĂ€rtes Ziel war die Entmachtung des rumĂ€nischen PrĂ€sidenten Traian BÄsescu von der Demokratisch-Liberalen Partei (Partidul Democrat Liberal, PD-L).cite-ref-53[53] Ende Juni 2012 wurde ein Amtsenthebungsverfahren gegen BÄsescu eingeleitet. Die Abstimmung im Parlament fĂŒhrte zur Suspendierung des PrĂ€sidenten. Die AmtsgeschĂ€fte fĂŒhrt indes der nationalliberale SenatsprĂ€sident Crin Antonescu.cite-ref-rri-ro-54-0[54] Bei der Volksabstimmung (Referendum) am 29. Juli 2012 zur Amtsenthebung BÄsescus, in dessen Vorfeld ihm VorwĂŒrfe ĂŒber massive VerfassungsverstöĂe gemacht wurden,cite-ref-wirtschaftsblatt-at-55-0[55] hatten groĂe Teile der Bevölkerung das ĂŒberwĂ€ltigende GefĂŒhl, das kleinere Ăbel gewĂ€hlt zu haben, selbst wenn sie sich nach dem offenen Aufruf der PD-L zum Wahlboykott der Stimme enthielten.cite-ref-mdr-de-bizarrer-krieg-56-0[56] Die Wahlbeteiligung lag unter den benötigten 50 Prozent der möglichen WĂ€hlerstimmen und wurde fĂŒr ungĂŒltig erklĂ€rt. Von den abgegebenen Stimmen hatten sich etwa 87 Prozent fĂŒr die Amtsenthebung entschieden.cite-ref-57[57] Die USL Ă€uĂerte Zweifel an der Korrektheit der dem Referendum zugrunde liegenden WĂ€hlerlisten und rief den Verfassungsgerichtshof von RumĂ€nien an. Dieser kĂŒndigte an, nach deren Vorlage am 21. August ĂŒber die GĂŒltigkeit der Volksabstimmung zu entscheiden.cite-ref-58[58]
Das politische Vorgehen der USL, welches von Kritikern oft als âStaatsstreichâ beschrieben wurde,cite-ref-derstandard-at-kohabitation-59-0[59] zog heftige nationale und internationale Kritik nach sich. Hintergrund ist neben der weit verbreiteten Korruption in RumĂ€nien ein Machtkampf von Politiker-Cliquen der verschiedenen Lager, der nicht immer im Einklang mit den GrundsĂ€tzen des Gesetzes steht. In der von Korruption durchsetzen politischen Welt RumĂ€niens machte sich Unbehagen breit, als ein frĂŒherer MinisterprĂ€sident der PSD zu einer mehrjĂ€hrigen Haftstrafe verurteilt wurde.cite-ref-mdr-de-bizarrer-krieg-56-1[56]
Die Weltpolitik zeigte sich besorgt ĂŒber den Druck auf Verfassungsrichter und die dadurch bedrĂ€ngte Rechtsstaatlichkeit, das willkĂŒrliche Regieren durch Notverordnungen,cite-ref-mdr-de-bizarrer-krieg-56-2[56] sowie mangelndes Interesse an Werten der EuropĂ€ischen Union (EU).cite-ref-dw-de-politische-krise-60-0[60] Die Obersten Richter berichteten von enormem Druck durch die Regierung, wozu auch Drohungen gegen ihre Familien gehörten. Die EU Ă€uĂerte sich entschlossen die UnabhĂ€ngigkeit der Justiz in RumĂ€nien zu garantieren.cite-ref-61[61]
Bei den PrĂ€sidentschaftswahlen 2014 wurde Klaus Johannis, der BĂŒrgermeister von Hermannstadt, zum Nachfolger BÄsescus gewĂ€hlt. Er setzte sich in einer Stichwahl gegen MinisterprĂ€sident Ponta durch.
Am 4. November 2015 erklĂ€rte Ponta sowohl seinen RĂŒcktritt von den RegierungsĂ€mtern als auch den seines gesamten Kabinetts. Dem vorausgegangen waren tagelange Proteste und Demonstrationen mit ĂŒber 20.000 Teilnehmerncite-ref-62[62] in Bukarest, die sich gegen den MinisterprĂ€sidenten, den Innenminister Gabriel Oprea und den StadtteilbĂŒrgermeister Cristian Popescu Piedone gerichtet hatten.cite-ref-63[63] Auslöser der Protestwelle war der verheerende Brand in einem Bukarester Nachtclub am 31. Oktober 2015, der ĂŒber 60 Todesopfer gefordert hatte. Die hohe Opferzahl kam nach Aussagen von PrĂ€sident Klaus Johannis zustande, weil einfachste Sicherheitsvorschriften ignoriert worden seien. Nach Ansicht der Demonstranten hatte der Nachtclubbesitzer seine Betriebsgenehmigung durch Schmiergelder erkauft und dies sei symptomatisch fĂŒr die Korruption in RumĂ€nien.cite-ref-64[64] Als Interims-Regierungschef wurde der bisherige Bildungsminister Sorin CĂźmpeanu benannt.cite-ref-65[65]
2017 kam es zu wochenlangen Protesten in RumĂ€nien gegen die nach der Parlamentswahl 2016 gebildete Regierung Sorin Grindeanus.cite-ref-66[66] Sie waren der gröĂte Massenprotest in der Geschichte RumĂ€niens. Im Zentrum der Proteste standen angestrebte Ănderungen des Strafgesetzbuches und eine Gesetzesinitiative zur Begnadigung von Hunderten wegen Amtsmissbrauchs angeklagten AmtstrĂ€gern. Nach der Veröffentlichung der Verordnungen am 31. Januar fanden fĂŒr 15 Tage in Folge in vielen StĂ€dten des Landes tĂ€glich Demonstrationen gegen die Regierung statt. VorlĂ€ufige Höhepunkte waren die Proteste vom 1. Februar mit landesweit etwa 450.000 Teilnehmern und die Proteste vom 5. Februar mit etwa 500.000 Teilnehmern allein in Bukarest. Der Senat sprach sich am 14. Februar einstimmig gegen die Verordnung aus.cite-ref-67[67] Auch das rumĂ€nische Parlament lehnte am 21. Februar das Dekret ab.cite-ref-68[68]
Annullierung der PrÀsidentschaftswahl 2024 und Wiederholungswahl 2025
Die PrÀsidentschaftswahl 2024 fand am 24. November statt und wurde am 6. Dezember 2024 vom Verfassungsgerichtshof annulliert.cite-ref-69[69] Die Wiederholungswahl wurde im Januar 2025 auf den 4. Mai 2025 terminiert.cite-ref-70[70]
In der ersten Runde der PrĂ€sidentschaftswahl in RumĂ€nien 2025 am 4. Mai 2025 erhielt der extrem rechte Euroskeptiker George Simion 40,96 Prozent der WĂ€hlerstimmen und der parteilose, bĂŒrgerlich-liberale Bukarester BĂŒrgermeister NicuÈor Dan nur 20,99 Prozent. RumĂ€niens Regierungschef Marcel Ciolacu trat nach dem Aus seines Kandidaten Crin Antonescu am 5. Mai 2025 zurĂŒck.cite-ref-71[71] Am 6. Mai 2025 wurde CÄtÄlin Predoiu zu seinem kommissarischen Nachfolger ernannt.cite-ref-72[72] In der Stichwahl am 18. Mai 2025 setzte sich NicuÈor Dan gegen George Simion durch. Im Juni 2025 wurde schlieĂlich der vorherige InterimsprĂ€sident Ilie Bolojan zum MinisterprĂ€sidenten gewĂ€hlt.cite-ref-73[73]
Siehe auch
Literatur
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⹠Mircea Rebreanu: Die schicksalhaften Entscheidungen in der rumÀnischen Geschichte. Egelsbach, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-89349-932-6.
⹠Ekkehard Völkl: RumÀnien. Regensburg 1995, ISBN 3-7917-1463-5.
⹠Richard Wagner: Sonderweg RumÀnien. Berlin 1991, ISBN 3-88022-047-6.
âą Andreas Hillgruber: Hitler, König Carol und Marschall Antonescu: Die deutsch-rumĂ€nischen Beziehungen 1938â1944. Wiesbaden, 1965 (online)
Weblinks
Commons
: Geschichte RumÀniens
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą Geschichte der Deutschen RumĂ€niens â von Anneli Ute Gabanyi
âą jĂŒngere Geschichte und Aufarbeitung
Einzelnachweise
cite-note-11. â Im romanischen Sprachraum ist diese Bezeichnung bis heute verbreitet. Vgl. Freddy Thiriet, La Romanie vĂ©nitienne au Moyen Age, Paris 1975.
cite-note-warren-treadgold-22. â Warren Treadgold: A History of the Byzantine State and Society
cite-note-constantin-jire-ek-33. â C. JireÄek: Geschichte der Bulgaren
cite-note-44. â Lucian Boia: Geschichte und Mythos â Ăber die Gegenwart des Vergangenen in der rumĂ€nischen Gesellschaft. Köln/Weimar/Wien 2003, S. 104 f.
cite-note-55. â Leo Weisgerber: Walhisk: Die geschichtliche Leistung des Wortes Welsch. Rheinische VierteljahrsblĂ€tter 13, 1â4 (1948), S. 87 ff.; Hans Krahe: Sprache und Vorzeit: europĂ€ische Vorgeschichte nach dem Zeugnis der Sprache. Verlag Quelle & Meyer, Heidelberg 1954, ISBN 3-494-00230-4, S. 43.
cite-note-66. â Harald Roth: Kleine Geschichte SiebenbĂŒrgens. 3., aktualisierte Auflage. Köln 2007.
cite-note-77. â Vgl. Petre S. Nasturel, Le mont Athos et les roumains: recherches sur leurs relations du milieu du XIVe siecle a 1654, Orientalia Christiana Annalecta, Rom, 1986 und Neagu Djuvara, Le pays roumain entre Orient et Occident: les principautĂ©s danubiennes au dĂ©but du XIXe siĂšcle, Publications orientalistes de France, 1989.
cite-note-88. â Claudiu-Lucian Topor: Change, Unrest, Confusion: the General Staff of the Romanian Army from 1900 to 1914. in: Gehirne der Armeen? Die GeneralstĂ€be der europĂ€ischen MĂ€chte im Vorfeld der Weltkriege. (= Krieg in der Geschichte. Bd. 118). Schoeningh, Paderborn u. a. 2023, ISBN 978-3-657-79195-8, S. 154.
cite-note-99. â Claudiu-Lucian Topor: Change, Unrest, Confusion: the General Staff of the Romanian Army from 1900 to 1914. in: Gehirne der Armeen? Die GeneralstĂ€be der europĂ€ischen MĂ€chte im Vorfeld der Weltkriege. (= Krieg in der Geschichte. Bd. 118). Schoeningh, Paderborn u. a. 2023, ISBN 978-3-657-79195-8, S. 154 f.
cite-note-1010. â Glenn E. Torrey: Rumania and the Belligerents 1914â1916. In: The Journal of Contemporary History. 1, No 3 (1966), S. 171â191, S. 183.
cite-note-1111. â Friedrich Stieve (Hrsg.): Iswolski im Weltkriege. Der Diplomatische Schriftwechsel Iswolskis aus den Jahren 1914â1917. Neue Dokumente aus den Geheimakten der russischen Staatsarchive. Im Auftrage des Deutschen AuswĂ€rtigen Amtes. Berlin 1925, S. 206f. (Wortlaut)
cite-note-1212. â Vorfrieden von Buftea (PDF; 11 kB), abgefragt am 5. MĂ€rz 2010.
cite-note-bossy-1414. â Raoul V. Bossy, George H. Bossy, Michel-AndrĂ© Bossy: Recollections of a Romanian diplomat, 1918â1969: diaries and memoirs of Raoul V. Bossy, Volume 2. Hoover Press, 2003, ISBN 0-8179-2951-7, S. 534 (englisch, eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-1515. â Grant T. Harward: âTo the End of the Lineâ: The Romanian Army in Operation Barbarossa. In: The Journal of Slavic Military Studies, Volume 34, Issue 4, S. 599â618, hier: S. 601 f.
cite-note-1616. â Grant T. Harward: âTo the End of the Lineâ: The Romanian Army in Operation Barbarossa. In: The Journal of Slavic Military Studies, Volume 34, Issue 4, S. 599â618, hier: S. 602â604.
cite-note-1717. â Grant T. Harward: âTo the End of the Lineâ: The Romanian Army in Operation Barbarossa. In: The Journal of Slavic Military Studies, Volume 34, Issue 4, S. 599â618, hier: S. 604f.
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cite-note-2626. â Grant T. Harward: âTo the End of the Lineâ: The Romanian Army in Operation Barbarossa. In: The Journal of Slavic Military Studies, Volume 34, Issue 4, S. 599â618, hier: S. 615.
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cite-note-2929. â Grant T. Harward: âTo the End of the Lineâ: The Romanian Army in Operation Barbarossa. In: The Journal of Slavic Military Studies, Volume 34, Issue 4, S. 599â618, hier: S. 614.
cite-note-3030. â Grant T. Harward: âTo the End of the Lineâ: The Romanian Army in Operation Barbarossa. In: The Journal of Slavic Military Studies, Volume 34, Issue 4, S. 599â618, hier: S. 616.
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cite-note-3535. â Bodenreformgesetz Nr. 187 vom 23. MĂ€rz 1945.
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cite-note-6464. â Stephan OzsvĂĄth: RumĂ€niens Regierung tritt zurĂŒck. (Memento vom 6. November 2015 im Internet Archive) In: Tagesschau.de vom 4. November 2015. Abgerufen am 5. November 2015.
cite-note-6565. â Neuer Interims-Regierungschef benannt.@1@2Vorlage:Toter Link/www.deutschlandfunk.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche in Webarchiven) Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prĂŒfe den Link gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: Deutsche Welle vom 6. November 2015. Abgerufen am 6. November 2015.
cite-note-6666. â Drei Tage Wut auf die Regierung. In: Zeit Online. 3. Februar 2017, abgerufen am 4. September 2025.
cite-note-6767. â Radu Marinas: Romaniaâs upper house of parliament backs withdrawal of graft decree. (Memento des Originals vom 15. Februar 2017 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/uk.reuters.com In: Reuters vom 14. Februar 2017.
cite-note-6868. â Parlament hebt Antikorruptionsgesetz auf. In: Der Spiegel. 21. Februar 2017 (spiegel.de [abgerufen am 4. September 2025]).
cite-note-6969. â Wiederholung der PrĂ€sidentschaftswahl in RumĂ€nien. In: Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung. 29. April 2025, abgerufen am 5. September 2025: âDrei Tage vor der geplanten Stichwahl, am 6. Dezember, annullierte das Verfassungsgericht schlieĂlich den ersten Wahlgang.â
cite-note-7171. â RumĂ€niens MinisterprĂ€sident Ciolacu tritt zurĂŒck. In: tagesschau.de. 5. Mai 2025, abgerufen am 4. September 2025.
cite-note-7272. â Innenminister Predoiu wird Interims-Regierungschef in RumĂ€nien. In: Der Spiegel. 6. Mai 2025 (spiegel.de [abgerufen am 5. September 2025]).